Konkurrenzlos gut?
Neuer MBA-Eignungstest

Mehr als 50 Jahre ist es jetzt her, dass sich die Dekane namhafter Business Schools einen eigenen Test wünschten, mit dem sie ihre künftigen Studenten aus der Bewerbermasse picken wollten. GMAT war bis vor kurzem der Name dieses Standardtests für einen MBA. Doch jetzt kommt GRE. Für Bewerber ändert sich dabei aber wenig.
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Der Graduate Record Examination Test (GRE), der bis heute für viele Masterstudiengänge verlangt wird, reichte den Dekanen namhafter Business Schools nicht aus. Ihr Wunsch nach einem eigenen Bewertungsinstrument für Bewerber wurde mit der Entwicklung des Graduate Management Admission Test (GMAT) erfüllt und zum konkurrenzlosen Standard für die MBA-Programme an den Business Schools. Bis jetzt. Denn nun bekommt er Konkurrenz.

Und das ausgerechnet vom älteren Bruder GRE, der ihm seine dominante Stellung streitig machen will. Der GRE soll MBA-Bewerbern mehr Türen öffnen, doch dazu müssen ihn erst einmal genügend Schulen akzeptieren. Bisher sind es rund 250, auch einige Top-Anbieter sind darunter. Damit der GRE für Bewerber eine echte Alternative ist, reicht das aber nicht.

Prominente amerikanische Adressen wie Harvard, Stanford oder Wharton und seit kurzem NYU Stern akzeptieren den GRE. International haben sich Schulen wie die chinesische CEIBS oder das spanische Instituto de Empresa zum GRE bekannt. In Deutschland ist die Handelshochschule Leipzig die einzige der bekannten MBA-Schulen. Tias Nimbas beispielsweise lässt seinen Bewerbern für den Teilzeit-MBA in Bonn die Wahl zwischen GMAT und einem eigenen Test. Wer sich als Deutscher an mehreren Schulen bewerben will, kommt um den GMAT also noch nicht herum. Zumal nicht nur Wharton den GRE erst für den MBA-Start 2011 akzeptiert. „Es wäre nicht fair, das im laufenden Bewerbungsverfahren zu ändern“, begründet dies J.J. Cutler, Leiter des Zulassungsverfahrens an der Wharton School.

Für Bewerber aus anderen Ländern könnte der GRE hingegen interessant sein. Denn sein großer Vorteil ist die Verbreitung: Der GMAT wird in 110, der GRE in 165 Staaten angeboten, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern ist er weiter verbreitet. „Der GRE ist für Studenten leichter zugänglich“, wirbt David Payne vom GRE-Lieferanten ETS. David Wilson vom Graduate Management Admission Council (GMAC) hält dagegen: „Es gibt zwar mehr Testcenter, aber viele nehmen nur an wenigen Tagen im Jahr den Test ab. Die GMAT–Center haben sechs Tage je Woche geöffnet.“ Dem widerspricht Payne jedoch.

Die Konkurrenz für den GMAT ist neu. Denn bis vor einigen Jahren hat ETS noch beide Tests geliefert und durfte den GRE nicht an Business Schools anbieten. Jetzt vertreibt ein Konkurrent den GMAT und ETS kann mit seinem Test auf dem MBA-Feld wildern.

Der GRE soll den Schulen einen völlig neuen Bewerberpool öffnen: All jene, die zwischen einem spezialisierten Master und dem MBA schwanken. Sie mussten bisher beide Tests absolvieren und bezahlen. 150 bis 205 US-Dollar kostet der GRE, 250 Dollar werden für den GMAT fällig. In Zukunft sollen sich Bewerber die 250 Dollar sparen können – so die Hoffnung vom Anbieter ETS. „Wir werden an den Punkt kommen, an dem viele Schulen beide Tests akzeptieren“, sagt Payne. In diesem Jahr habe sich bis dato die Zahl der Getesteten, die ein MBA-Programm anstreben verdoppelt. Absolute Zahlen habe ETS aber nicht.

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