Kündigung
Dienstwagen bis zum Schluss

Viele wissen das nicht: In der Regel dürfen Mitarbeiter nach einer Kündigung ihren Dienstwagen behalten, bis sie das Unternehmen verlassen. Gudrun Germakowski, Rechtsanwältin in der Kanzlei McDermott Will & Emery, erklärt im Kurzinterview, auf was Betroffene achten sollten.

Frau Germakowski, nach der Kündigung gibt es oft Streit um privat genutzte Dienstwagen. Können Arbeitnehmer das Auto bis Ablauf der Kündigungsfrist behalten oder darf der Arbeitgeber es sofort zurückfordern?

Nur, wenn der Arbeits- oder Dienstwagenvertrag ausdrücklich regelt, dass der Wagen unter diesen Umständen zurückgegeben werden muss. Die meisten Arbeitsverträge enthalten veraltete Standardklauseln, in denen nur steht, dass der Arbeitgeber das Nutzungsrecht widerrufen darf - aber nicht, wann. Das Bundesarbeitsgericht hat in einem aktuellen Urteil klargestellt, dass diese Klauseln ungültig sind.

In solchen Fällen dürfen Arbeitnehmer den Wagen also behalten, bis die Kündigungsfrist abgelaufen ist?

Ja. Eine Ausnahme könnten Arbeitsrichter allerdings machen, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeiter zuvor um eine Änderung der strittigen Klausel gebeten und dieser das abgelehnt hat.

Wie sollten Betroffene nach der Kündigung vorgehen?

Enthält ihr Vertrag keine konkrete Regelung, dürfen sie die Herausgabe des Autos verweigern. Geben sie es zurück, steht ihnen eine Entschädigung zu. Die beträgt in der Regel monatlich ein Prozent des Listenpreises.

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