Kündigung ist für Arbeitgeber dennoch nicht leicht
Gericht erleichtert Kündigung

Mitarbeiter, die im Vergleich zu ihren Kollegen nur mit halber Kraft arbeiten, müssen künftig damit rechnen, dass ihnen der Arbeitgeber wegen andauernder Leistungsschwäche kündigt.

HB/crz GARMISCH. Der Grund: Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einer neuen Entscheidung klargestellt, dass eine Kündigung gegenüber einem "Low Performer" aus verhaltens- oder personenbedingten Gründen gerechtfertigt sein kann.

Gleichwohl ist eine derartige Kündigung wegen Minderleistung für den Arbeitgeber kein Spaziergang. Denn der Arbeitnehmer verstößt nach Ansicht der Erfurter Richter vorbehaltlich anders lautender vertraglicher Abreden nicht allein deshalb gegen seine Arbeitspflichten, weil er eine vom Arbeitgeber gesetzte Norm oder die Durchschnittsleistung aller Arbeitnehmer unterschreitet. Allerdings könne die längerfristige deutliche Unterschreitung des Durchschnitts ein Anhaltspunkt dafür sein, dass der Arbeitnehmer weniger arbeitet, als er eigentlich im Stande ist zu leisten. Legt der Arbeitgeber im Prozess entsprechendes Zahlenmaterial vor, gerät der Arbeitnehmer schnell in die Bredouille: Dann muss er nämlich dem Gericht plausibel machen, warum er trotz des negativen Ergebnisses seine Leistungsfähigkeit ausgeschöpft hat, so das BAG bezogen auf die verhaltensbedingte Kündigung.

Bei der personenbedingten Kündigung hängt die Messlatte höher: Hier muss der Arbeitgeber zusätzlich darlegen, dass auch für die Zukunft mit einer schweren Störung des Vertragsgleichgewichts zu rechnen ist. Zudem darf ein milderes Mittel - wie zum Beispiel die Um- oder Versetzung - nicht zur Verfügung stehen. Schließlich muss der Arbeitgeber laut BAG-Urteil dem Schutz älterer, langjährig beschäftigter und erkrankter Arbeitnehmer ausreichend Rechnung tragen, bevor er einem vermeintlichen Schlusslicht die rote Karte zeigen darf.

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