Kündigungsschutz
Leidende leitende Angestellte

Manager haben nicht nur Vorteile davon, wenn sie als leitende Angestellte gelten. Zum Beispiel beim Kündigungsschutz, erklärt Arno Frings, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Hölters & Elsing in Düsseldorf, im Kurzinterview.

Herr Frings, welche Nachteile hat es, wenn Manager offiziell als leitende Angestellte gelten?

Sind sie Leitende im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes, können sie jederzeit ohne Kündigungsgrund entlassen werden. Die Abfindung wird vom Arbeitsgericht festgelegt und beträgt unabhängig von der Betriebszugehörigkeit maximal eineinhalb Jahresgehälter, meist nur ein halbes. Wer jahrelang im Unternehmen Karriere gemacht hat und sich dann mit dem Chef überwirft, steht oft schlecht da.

Wer ist denn ein Leitender nach den Kündigungsschutzregeln?

Nur Manager, die selbstständig Mitarbeiter einstellen oder entlassen dürfen. Gerade in großen Unternehmen gibt es kaum echte leitende Angestellte, weil an Personalentscheidungen in aller Regel mehrere Führungskräfte beteiligt sind.

Welche Folgen hat es, wenn Manager nicht in diese Kategorie fallen?

Sie genießen dann vollen Kündigungsschutz und können eine deutlich höhere Abfindung aushandeln. Wer gekündigt wird, sollte deshalb seinen Status prüfen. Ob er im Arbeitsvertrag als leitender Angestellter bezeichnet wird, ist unerheblich. Entscheidend ist ausschließlich die tatsächliche Einstellungs- oder Entlassungsbefugnis.

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