Kürzungen schlagen auf Handel und Sozialkassen durch
Jede zweite Firma zahlt volles Weihnachtsgeld

Trotz der akuten Konjunkturflaute will knapp die Hälfte der deutschen Aktiengesellschaften nicht am Weihnachtsgeld rühren. Dies ergibt eine repräsentative Handelsblatt-Umfrage bei 225 großen, börsennotierten Aktiengesellschaften. Umgekehrt planen aber 44 % der Firmen, die übertariflichen, freiwilligen Bestandteile zu kürzen.

toe/HB DÜSSELDORF. Lediglich acht Prozent wollen das Weihnachtsgeld sogar unter das tariflich vereinbarte Niveau senken. Dieser Weg steht allerdings nur wenigen Unternehmen offen, etwa den nicht tarifgebundenen oder Firmen, deren Existenz akut bedroht ist.

Die Kürzungen der Wirtschaft schlagen über geringere Steuern und Abgaben direkt auf den Fiskus und die Sozialkassen durch. Allein der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger hat aus diesem Grund seine Einnahmeprognose für dieses Jahr um eine halbe Milliarde Euro nach unten geschraubt. Auch der Handel fürchtet eine weitere Verunsicherung der ohnehin recht zurückhaltenden Verbraucher. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels rechnet damit, dass sich Kürzungen bei den Weihnachtsgratifikationen direkt auf das Weihnachtsgeschäft auswirken. Und auf dieses setzt der Handel nach einem sehr schwierigen Jahr noch einige Hoffnungen.

Wie schwierig die Lage der Branche ist, zeigt das Beispiel Karstadt-Quelle. Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern musste gestern wegen der schlechten Geschäftsentwicklung bei der Touristik-Beteiligung Thomas Cook seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr nach unten korrigieren. Gleichzeitig brachen im dritten Quartal aber auch die Umsätze im Stammgeschäft – den Karstadt-Warenhäusern und den Versandhäusern Quelle und Neckermann – ein. Grund: Kaufzurückhaltung und Hitzewelle ließen im dritten Quartal die Umsätze bei Karstadt-Quelle regelrecht dahinschmelzen.

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