Kürzungswilligen Unternehmen müssen jede Menge Fallstricke umgehen
Diät bleibt oft ein Wunsch

Wer das Weihnachtsgeld seiner Mitarbeiter kürzen will, stößt häufig auf ungeahnte Probleme. Arbeitsrechtler warnen: Viele Unternehmen sind schlecht vorbereitet.

Der kostenlose Kaffee im Büro ist längst gestrichen, Privatgespräche werden knallhart vom Gehalt abgezogen, und zu Geschäftsterminen fliegen selbst Führungskräfte nur noch Holzklasse. Ruhig schlafen können viele Manager trotzdem nicht, die Kosten sind immer noch zu hoch. Bevor sie an Kündigungen denken, schlachten Unternehmenslenker am Jahresende lieber weitere heilige Kühe. Der traditionelle Bonus im Dezember – weg damit. Das Weihnachtsgeld – gestrichen. Auf einen Schlag könnten Unternehmen so knapp zehn Prozent der Lohnkosten sparen.

Soweit das Wunschdenken der Kostenknechte. Doch jäh erwachen viele Manager aus diesem Tagtraum. Wer Weihnachtsgeld und Boni der Angestellten kürzen will, steuert auf ein ganzes Bündel juristischer Fallstricke zu. „Meist funktionieren die Sparpläne nicht so einfach, wie die Unternehmen sich das wünschen“, warnt Dietmar Müller-Boruttau, Arbeitsrechtler der Kanzlei Linklaters Oppenhoff und Rädler in Berlin. „Und manchmal ist einfach gar nichts zu machen.“

Problem Nummer eins: Handelt es sich beim Weihnachtsgeld um ein vertraglich vereinbartes 13. Monatsgehalt, ist es unantastbar. Das Unternehmen kann es weder kürzen noch streichen. Juristen nennen dies eine Pflicht-Leistung, an der nichts zu ändern ist. In vielen Branchen ist diese Extra-Zahlung am Jahresende im Tarifvertrag festgelegt, verbreitet sind auch Regelungen in Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträgen. „In dem Fall sind den Unternehmen völlig die Hände gebunden, weil das 13. Gehalt Teil der arbeitsvertraglich fest zugesagten Entlohnung ist“, erläutert Müller-Boruttau.

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