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Kundengelder behalten: Mitarbeiter darf fristlos entlassen werden

Ein Mitarbeiter, der Kundengelder vorübergehend seinem Arbeitgeber vorenthält, darf fristlos entlassen werden. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil.

HB MAINZ. In diesem Verhalten liege eine "ganz erhebliche Treuepflichtverletzung", die es für den Arbeitgeber unzumutbar mache, den Betroffenen weiterhin zu beschäftigen - und sei es bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist (Az.: 5 Sa 608/04).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers ab. Der Kläger hatte rund 2 800 Euro an Kundengeldern entgegengenommen. Doch anstatt sie an den Arbeitgeber weiterzugeben, behielt der Mann das Geld zunächst für sich. Er wollte es offenbar als "Faustpfand" im Zusammenhang mit Lohnstreitigkeiten behalten. Als der Arbeitgeber dies bemerkte, kündigte er dem Kläger fristlos.

Nach Ansicht des Gerichts war diese Kündigung rechtmäßig. Der Kläger habe durch seine Eigenmächtigkeit seine Loyalitätspflichten verletzt. Insbesondere bei Vermögensdelikten, die sich gegen die finanziellen Interessen des Arbeitgebers richten, sei ein strenger Maßstab anzulegen. Als unerheblich werteten die Richter, dass wegen der Eigenkündigung des Klägers der Arbeitsvertrag ohnehin in knapp drei Wochen abgelaufen wäre.

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