Längst nicht jede Kopie hat Erfolg
Der Mensch als Werbetafel

Nackte Haut verkauft sich gut. Dies dachte sich auch Andrew Fischer aus Omaha im US-Bundesstaat Kalifornien: Warum nicht Teile des eigenen Körpers als Werbefläche zur Verfügung stellen?

LOS ANGELES. Gesagt, getan. Der 28-jährige Erfinder klickte sich beim Auktionsportal Ebay ein und bot seine Stirn als lebende Werbetafel an. Einen Tag später meldete sich die Pharmafirma Snore Stop aus Los Angeles, ein Unternehmen, das Anti-Schnarchmitteln vermarktet. Snore-Stop-Chef Christian de Revel war begeistert: „Ich fand die Idee klasse. Ich wollte Fischer auch sofort als lebende Werbetafel anstellen.“ Für seine Dienste – Fischer musste sich das Snore-Stop-Logo auf die Stirn „tätowieren“ lassen – erhielt der Amerikaner 30 000 Dollar. „Kein schlechtes Gehalt für einen Monat Arbeit, oder?“, meint Fischer.

Praktisch aus einer Laune heraus wurde in Amerika somit ein neuer Marketing-Trend geboren. Auftritte in verschiedenen US-Fernsehshows freuten nicht nur die Manager von Snore Stop, auch Fischers neu kreierte Website www.humanadspace. com wurde plötzlich mit Anfragen überhäuft. „Ich kann mir gar nicht erklären, warum nicht schon andere viel früher auf diesen Marketing-Trick gekommen sind“, wundert sich Fischer.

Tattoo-Werbung – die Tätowierungen sind natürlich abwaschbar – reiht sich nahtlos ein in den Trend, Werbung überall zu platzieren egal wie. Die Amerikaner sind wieder einmal Vorreiter. Da blubbern Werbeslogans auf öffentlichen Toiletten, und selbst beim Einlochen auf dem Golfplatz lächelt ein freundlicher Produktname aus dem Loch hervor. „Der menschliche Körper als Werbefläche ist das ultimative PR-Instrument“, meint Jim Ellis, Dean an der Marshall School of Business in Los Angeles. „Täglich werden wir mit 3 000 bis 4 000 Werbebotschaften bombardiert. Da ist es verständlich, dass Unternehmen mittlerweile alles versuchen, um aufzufallen.“

Der schnelle Erfolg von Fisher lockte schon bald Nachahmer an: Die Firma Tat Ad.com aus dem kanadischen Vancouver etwa will mit rund 1 000 Kunden den Markt aufmischen. Nicht jeder ist allerdings als menschliche Werbefläche geeignet. Das bestätigt auch Tat-Ad-Boss Kyle Johnson: „Wir möchten natürlich ansehnliche menschliche Reklamewände vermitteln, das verlangen auch unsere Kunden“, betont der 21-Jährige.

Golden Palace.com zum Beispiel, ein Internet Casino, platziert seine Internetadresse zu Werbezwecken vorzugsweise auf weiblichen Dekolletees oder Bäuche – aber nur flache. „Ein männlicher Bierbauch passt einfach nicht zu unserem Image“, heißt es bei Golden Palace.com.

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