Leben und arbeiten in Seoul
Mann isst Hund

Koreanisches Essen ist Stefan Carl zu scharf, die Hundesuppe hat ihm aber geschmeckt. Ansonsten findet der Deutschlehrer des Leben in der Millionen-Metropole eher laut und anstrengend. Dagegen sei Berlin die reinste Erholung.

Berlin findet Stefan Carl im Gegensatz zu Seoul erholsam. „Seoul ist größer, lauter und dreckiger“, sagt der 32-Jährige, der an der Korea University Deutsch unterrichtet. Der Verkehr sei so dicht und das Gedränge so groß. Diese Einflüsse von außen hinterlassen ihre Spuren, sagt Carl. „Die Menschen sind viel ausgelaugter und kaputter, viele schlafen in der U-Bahn.“ Ihm selbst geht es nicht anders: „Das Leben ist anstrengender, ich bin ständig müde und nach jedem Arbeitstag ausgepowert.“

Carl arbeitet seit gut einem Jahr in Seoul. Er hat Deutsch als Fremdsprache studiert und hatte immer das Ziel, im Ausland zu unterrichten. Über einen Freund hat er von der Stelle in Seoul gehört und sich beworben. „Korea hat mich gereizt, es war die Verheißung von Abenteuer und Arbeit zugleich.“ In Seoul wohnt er mit seiner Freundin in einem Dozentenwohnheim. Sie ist ebenfalls Deutsche und seinetwegen nach Korea gekommen. Von der gemeinsamen Wohnung braucht er nur fünf Minuten zur Uni. Sie wohnen zu zweit auf nur 40 Quadratmetern, etwas anderes können sie sich bei den hohen Mietpreisen in Seoul nicht leisten. Ansonsten aber „kann ich mir alles kaufen“, sagt Carl. Außer Wurst und Käse. Das gibt es zwar schon, ist aber unverhältnismäßig teuer. Auf deutsches Brot wollte er aber nicht verzichten – und hat sich einen Brotbackautomaten besorgt. Nach jedem Heimaturlaub bringt er Roggenmehl mit, „mein einziger Luxus“. Mit dem Essen in Korea tut er sich ein bisschen schwer, da er scharfes Essen nicht so gut verträgt. Dafür hat er schon manche Sachen probiert, von denen er sich das vorher nicht vorstellen konnte. Etwa Hundesuppe. „Das schmeckt so ähnlich wie Rind.“

Der Umgang mit Koreanern fällt Carl nicht immer leicht. „Man weiß selten, woran man wirklich ist. Koreaner sagen nicht „Nein“, oder „Das geht nicht“.“ Vor seiner Abreise aus Deutschland hat er den Ratgeber „Beruflich in Südkorea“ gelesen. Wenn man sich an die Tipps in dem Buch halte, habe man kaum Schwierigkeiten", sagt er. Wer zum Beispiel laut wird oder unwirsch reagiert, bekommt Probleme, weil er sein Gesicht verliert.

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