Leben und Arbeiten in Sydney
Wo die Menschen entspannt sind

Die Menschen sind locker, das Leben entspannt, und surfen kann man auch. Und Arbeiten? Das tun die Bewohner dort ganz gern schon mal am Strand. Zwei Deutsche bestätigen alle schönen Klischees über Australien. Doch Down Under ist nicht alles eitel Sonnenschein.

Paradies für Architekten: Juliane Roennau arbeitet bei Brian Meyerson Architects und genießt ihren Arbeitsplatz am Strand. Obwohl ihr Australien eigentlich viel zu weit weg von Familie und Freunden ist.

Keine zehn Pferde hätten Juliane Roennau, 30, nach dem Architektur-Examen an der TU Dresden ans andere Ende der Welt gekriegt. Doch als immer mehr Studienfreunde die boomende Baubranche und tollen Jobmöglichkeiten Down Under anpriesen und sie selbst nur noch Absagen auf ihre Bewerbungsschreiben kassierte, besorgte sich auch die junge Architektin ein Flugticket nach Sydney.

Aus dem geplanten Probejahr in Australien sind inzwischen mehr als drei geworden. Jetzt arbeitet Roennau bei Brian Meyerson Architects, nur ein paar Schritte entfernt vom Bondi Beach, dem glamourösen Stadtstrand von Sydney, und schwärmt: „Arbeiten in Sydney – das fühlt sich an, als wäre man ständig im Urlaub.“

Alles ging überraschend einfach: Nach knapp zwei Wochen schon hatte sie den ersten festen Job bei einer Projektentwicklungsgesellschaft an der Hand. „Das Einwanderungsland Australien macht es Ausländern leicht, sich zurechtzufinden und zu integrieren“, sagt Roennau. Ihr Englisch etwa sei anfangs bei weitem nicht perfekt gewesen, gibt die Architektin zu. Aber viel entscheidender seien ohnehin ihre Pack-an-Mentalität gewesen. So suchte sie sich erst im Internet australische Musterlebensläufe und klapperte dann systematisch und ohne Scheu alle relevanten Architekturbüros in der Stadt ab. Bald merkte sie: Der persönliche Eindruck zählt in Australien oft mehr als lange Leistungslisten und gute Noten. So auch beim Vorstellungsgespräch bei ihrem jetzigen Chef: „Wir haben vielleicht fünf Minuten über meine bisherigen Projekte gesprochen und dann den Rest über Fußball.“

Nicht alles ist eitel Sonnenschein: „Mir fällt es schon sehr schwer, so weit weg von Familie und Freunden zu sein“, sagt die junge Deutsche. Dass sie sich beruflich in fremde Baunormen einlesen und permanent Smalltalk halten muss, findet sie weniger schlimm als den Mangel an netten kleinen Bars in Sydney. „Es gibt hier überhaupt keine richtige Weggehkultur.“ Dafür aber geht in Sydney verlässlich die Sonne über dem Meer auf. Und das, findet Roennau, mache wirklich viel aus.

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