Lösung kann für alle positiv sein
Krisen rufen Beschäftigungsgesellschaften auf den Plan

Telekom, die Bahn, Grundig - und jetzt der krisengebeutelte Opel-Konzern: so genannte Beschäftigungsgesellschaften, wie auch beim Autobauer aus Rüsselsheim im Gespräch, sind immer dann in aller Munde, wenn es um Massenentlassungen geht.

HB KARLSRUHE. Viele Firmen versuchen mittlerweile, ihren Personalabbau durch Transfergesellschaften abzumildern. Eine Lösung, die am Ende auch ein Gewinn für die Arbeitnehmer werden kann, weil sie gute Vermittlungschancen mit einem annehmbaren Verdienst verbinden können. "Mit entsprechendem Einsatz und Betreuung", sagt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), "kann man auch die schwierigen Arbeitnehmer weiter vermitteln".

Für die Firma liegen die Vorteile erst einmal klar auf der Hand: Lösungen wie diese erhöhen unter Umständen die Verhandlungsbereitschaft von Mitarbeitern und Betriebsrat und vermeiden zu große Unruhe in den Betrieben. Eine relativ unaufgeregte Abwicklung erhält der Firma ein gutes Image in allgemeiner Öffentlichkeit und Politik. Die Kosten bleiben insgesamt kalkulierbar und betriebsbedingte Kündigungen - und mit ihnen eine mögliche Klagewelle - werden auf ein notwendiges Minimum reduziert.

Der Mitarbeiter unterschreibt einen Auflösungsvertrag mit seinem bisherigen Arbeitgeber und einen befristeten Vertrag mit der Beschäftigungsgesellschaft. In dieser erhält er von der Bundesagentur für Arbeit als Transferkurzarbeitergeld 60 bis höchstens 67 % seines bisherigen Nettogehalts. Diese Leistung wird durch Mittel des ehemaligen Arbeitgebers in der Regel aufgestockt. "Die Höhe der Aufstockung ist eine Frage der Verhandlungen und hängt natürlich wesentlich davon ab, wie solvent die Firma noch ist", erklärt der Fachanwalt für Arbeitsrecht Andreas Breezmann von der Hamburger Kanzlei Jacobsen & Confurius. Üblicherweise würden die Leistungen auf etwa 80 % des Nettogehalts aufgestockt.

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