Männer und Frauen arbeiten grundverschieden
Der arbeitstechnische Tunnelblick der Männer

Frauen machen gern mehrere Dinge gleichzeitig, während sich Männer lieber auf eine Aufgabe konzentrieren, belegt eine Umfrage von Intel.

Sind Sie ein Mann? Dann kennen Sie das sicher: Sie sind gerade ganz und gar in ein Telefonat mit einem Kunden vertieft, das Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt, und dann kommt doch tatsächlich die Kollegin von nebenan einfach so hereinstolziert und tuschelt Ihnen eine ach so wichtige Frage ins freie Ohr. Als ob Sie in Stereo hören könnten. Und als ob das nicht noch fünf Minuten Zeit hätte. Unerhört!

Oder nicht? Ernste Zweifel kommen Ihnen, als Sie zehn Minuten später das Büro besagter Kollegin betreten. Jetzt telefoniert sie, winkt Sie aber gönnerhaft an den Schreibtisch heran. Den Hörer mit der Schulter eingeklemmt, mit der linken Hand wild auf der Computertastatur herumtippend, kritzelt sie mit rechts ihre Frage auf ein Blatt Papier.

Immerhin: Kein Mann braucht sich zu sorgen, mit solchen Erfahrungen allein zu sein. Eine Umfrage im Auftrag des Chipherstellers Intel hat ergeben, dass Männer und Frauen grundverschieden arbeiten. Wenn es darum geht, sich zu entscheiden, entweder mehrere Dinge gleichzeitig zu tun oder sich auf eine Sache voll und ganz zu konzentrieren, dann sind die Gemeinsamkeiten im Büro vorbei.

Die Mehrheit der Frauen in Deutschland bevorzugt es, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. 51 % gaben an, gerne gleichzeitig E-Mails zu schreiben und zu telefonieren oder zu lesen und sich nebenbei zu unterhalten. Ganz anders die Männer. Hier beschäftigt sich die große Mehrheit von 66 % lieber nur mit einer Sache zur gleichen Zeit. Alles andere muss warten.

Psychologen vermuten die Ursachen für das verschiedene Verhalten der Geschlechter in der Erziehung und der klassischen Rollenverteilung. Während Frauen traditionell darauf trainiert seien, Haus, Kinder und Küche gleichzeitig im Auge zu behalten, widmeten sich Männer schon immer vertieft einzelnen Problemen. Die direkten Folgen lassen sich in der modernen Arbeitswelt beobachten, meint Andrea Abele-Brehm, Psychologin an der Universität Erlangen-Nürnberg: „Frauen verfolgen in der Regel mehrere gleichwertige strategische Ziele, Männer dagegen ordnen ihre Ziele meist in eine strenge Hierarchie.“

Andere Theorien gehen davon aus, dass Männer mit der Konzentration auf eine einzige Aufgabe ihre Defizite auszugleichen versuchen. „Männer widmen sich besonders gern Einzelproblemen, weil sie dann ihre vergleichsweise wenig ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit nicht so stark brauchen“, sagt Katharina Dietze, Unternehmensberaterin bei IBT in Schwelm.

Psychologin Abele-Brehm empfiehlt ein klärendes Gespräch. „Die Arbeit wird nur dann effizient und reibungslos laufen, wenn sich die männlichen und die weiblichen Stärken miteinander verbinden lassen.“

Aber bitte, liebe Kolleginnen: Wenn wir darüber reden, dann ist das Telefon für diese Zeit tabu. Und die Zeitung verschwindet bitte so lange in der Schublade. Wir Männer schenken Ihnen dafür auch unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Versprochen.

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