Managementtrainings
Höhentraining für Manager

Gipfelstürmer, Pferdeführer oder Reality Star- extreme Seminare für Führungskräfte gibt es einige. Manche tragen kuriose Namen wie „Strategic War Game“, eine Tour auf den Kilimandscharo, andere finden in kompletter Dunkelheit statt. Die Nachfrage nach solch ungewöhnlichen Fortbildungen: weiterhin steigend - trotz Krise und hoher Preise.
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DÜSSELDORF. Nach sechs Stunden Kraxelei bei minus 20 Grad hat sich gezeigt, wer bei extremer Anstrengung noch klar denken und diskutieren kann. Und die letzten Höhenmeter auf den schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo waren für das achtköpfige Team um Sven Gábor Jánsky die härtesten. Der Kilimandscharo ist mit 5 900 Metern der weltweit höchste Berg, der ohne technische Ausrüstung und Bergsteigererfahrung zu erreichen ist. „Hier zeigt sich klar, wer durchhält“, sagt Jánsky. Der Leiter des Thinktanks Forward2business hat mit den Führungskräften auf dem Weg nach oben – noch ganz nebenbei – Zukunftsstrategien entwickelt.

Die Tour auf den Kilimandscharo nennt sich „Strategic War Game“ und ist nur eines von vielen verschiedenen außergewöhnlichen Trainings, die Manager aus ihrem gewohnten Geschäftsumfeld rausholen und an ihre physischen und psychischen Grenzen führen. Neben dem Gipfelstürmen gibt es noch Reality Trainings, das Managen in völliger Dunkelheit sowie das schon etablierte Führen von Pferden. Solche Seminare sind teuer. Etwa 1 000 Euro pro Tag und Person müssen Unternehmen investieren, um ihre Führungskräfte mit ungewöhnlichen Methoden auf neue Ideen zu bringen oder an sich arbeiten zu lassen. Und ob wirklich etwas dabei herauskommt, ist meist völlig offen.

Doch trotz hoher Preise und Krisenstimmung können sich viele dieser extremen Managementtrainings nicht über mangelnde Nachfrage beklagen, ganz im Gegenteil. „Unsere Teilnehmerzahlen sind in den letzten zwei Jahren explodiert“, sagt Senior Manager Sebastian Keim vom Veranstalter CPC aus Frankfurt. 5 000 Führungskräfte hat CPC mittlerweile geschult, und dabei allein 3 000 seit 2007.

In den Reality Trainings von CPC wird die Wirklichkeit von Führungssituationen simuliert. In dafür angemieteten Räumen wird ein fiktives Unternehmen nachgebaut, vom Kugelschreiber bis zum Aktenordner mit Firmenlogo und einem Bild von der angeblichen Inhaberin an der Wand. So landen die Teilnehmer direkt in einer annähernd realen Situation, die Trainer sind zwar keine echten Schauspieler, aber sie haben ein Drehbuch. Sie spielen festgelegte Charaktere zwei bis drei Tage am Stück – eine Art Improvisationstheater. Damit aber das Fachwissen stimmt sind die Trainer – je nach Rolle – ausgebildete Controller oder Einkaufsleiter.

Ziel ist es, die Manager so schnell wie möglich vergessen zu lassen, dass ihnen die ganze Zeit etwas vorgespielt wird. „Das geht so weit, dass sie ans Handy gehen und sagen: ,Ich bin hier grad beim Kunden’“, sagt Keim. So lässt sich Führungsverhalten anhand von realen Situationen proben – nur ohne Konsequenzen. Die Zeit ist knapp, am Ende müssen Lösungen auf dem Tisch liegen. „Es kann viel Druck aufgebaut werden“, beschreibt Keim. Das Reality Training sei für die Topführungskräfte konzipiert, da sich der große Aufwand nur auf der oberen Chefebene rentiere.

Etwas anders geht es bei Gerhard Krebs zu, dem Geschäftsführer von Horsedream. Sein Training bezieht die Mitarbeiter der Manager mit ein. Die Mitarbeiter sollen bei ihm in der Reithalle erfahren, wie schwierig Führung ist und wie viel Fingerspitzengefühl dafür nötig ist. Trainer Krebs gibt den Teilnehmern dafür Friesenpferde an die Hand und Leine: „Der Strick symbolisiert das Führungsverhalten: Zerrt jemand sein Team an der kurzen Leine hinter sich her oder lässt er Freiräume?“

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  • Vielleicht wäre es für die Manager viel lehrreicher, das Leben arbeitender Menschen kennenzulernen.

  • Sehr schlecht recherchiert!!! Das so genannte Kilimandscharo Führungskräftetraining hat es NiE gegeben...einzig und allein der "Coach" ist im Jahre 2007 mit seiner Freundin auf den besagten berg gestiegen und hat es aber auch leider Gottes nicht bis an die Spitze geschafft.

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