Manager
Mit Pausen zum Executive MBA

Ob 15, 24 oder 48 Monate - mehr Business Schools lassen erfahrenen Managern die Wahl, wie schnell sie berufsbegleitend einen Executive MBA (EMBA) studieren. Ihr Terminkalender diktiert, welchen Kurs sie wann belegen, wie viele Monate Auszeit sie dazwischen nehmen und wann sie ihr Diplom in Händen halten.
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DÜSSELDORF. Mit den Schweizer Top-Schulen IMD in Lausanne und der Universität St. Gallen haben zwei Anbieter erst in diesem Jahr ihre Programme neu aufgesetzt. Daneben bieten Schulen wie die Frankfurter Goethe oder die dänische Copenhagen Business School variable EMBA-Programme. "Personaler und Teilnehmer wünschen sich diese Flexibilität", begründet Andreas Hackethal, Dean der Goethe Business School, den neuen Ansatz. Gestandenen Führungskräften fällt es ohnehin immer schwerer, für eine Weiterbildung aus dem Tagesgeschäft rauszugehen. Kommen unverhoffte Probleme in der Firma dazu, sind variable Programme Gold wert.

An manchen Schulen können Manager den EMBA lediglich um ein paar Monate verlängern, an wenigen anderen Schulen Module nach Lust und Laune kombinieren oder ein- und aussteigen, wann sie wollen. Die Goethe Business School hat sich für die erste Variante entschieden. Statt der üblichen 18 Monate können Teilnehmer den 48 000 Euro teuren EMBA nun auch in 24 oder 30 Monaten abschließen, indem sie die Wahlkurse auf bis zu 21 Monate verteilen.

Wie lange EMBA-Teilnehmer am IMD studieren, entscheiden sie selbst. "Eine zeitliche Begrenzung ist beim EMBA auch nicht sinnvoll", sagt Jim Pulcrano, Executive Director des IMD. Bis zum Titel gibt es jetzt nicht mehr nur einen Weg, je nach Alter und Schwerpunkt stellen sich die Teilnehmer das 126 000 Schweizer Franken teure Studium zusammen. Sie können nach den Einstiegsmodulen auch drei oder vier Jahre pausieren. Vier Module am Ende des Studiums sind aber für alle Pflicht.

Zu jedem Zeitpunkt ein- und aussteigen - das hat sich die Universität St. Gallen auf die Fahnen geschrieben. Zwar beginnt der 60 000 Franken teure flexible EMBA im März, die Studenten können die ersten Module aber überspringen und später nachholen. Einen Pflichtteil mit 60 Präsenztagen studieren alle, weitere 40 Präsenztage suchen sich die Studenten aus dem Wahlkursangebot heraus oder lassen sich die Kreditpunkte aus Weiterbildungsprogrammen anrechnen. Schnellstens kommen die Teilnehmer in 18 Monaten zum EMBA-Titel, länger als vier Jahre dürfen sie sich aber nicht Zeit lassen.

Das Modell hat viele Vorteile, aber auch klare Nachteile, lernen die Studenten doch vor allem von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer und profitieren vom Netzwerk. "Ich halte nichts von dem Modell, dass man zu jedem Zeitpunkt einsteigen kann. Da bin ich vielleicht ein wenig nostalgisch und glaube an die hohe Bedeutung des Wir-Gefühls einer Klasse für den Lernerfolg", sagt Goethe-Dean Hackethal. Auch am IMD studieren daher alle Teilnehmer die letzten vier Module in einem Block zusammen.

Und in St. Gallen nutzen nur wenige die neue Freiheit. Im ersten flexiblen Jahrgang wollten 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer das Programm ganz normal durchziehen, sagt Direktor Jürg Manella. "Doch sie halten sich die Option offen, es anders zu machen." Neben dem flexiblen hat St.Gallen auch das klassische Programm behalten, in dem die Manager in einer Klasse zusammenbleiben. Das hat einen anderen Grund. "Für das wichtigste Ranking ist der flexible EMBA nicht relevant, nur mit ihm würden wir dort nicht erscheinen", sagt Manella.

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