Manager sind unterversichert
Leitende Angestellte laufen in die Rechtsschutzfalle

Obwohl viele Manager auf einem Schleuderstuhl sitzen, sind die meisten nicht ausreichend Rechtsschutz versichert. Nach Schätzungen von Reinhold Gleichmann, Vorsitzender des Fachausschusses "Rechtsschutzversicherungen" im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin, haben nur etwa zwei bis drei Prozent aller Manager hierzulande eine Führungskräfte-Rechtsschutzversicherung abgeschlossen.

HB GARMISCH. Damit aber laufen sie bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit ihrer Einstellungsgesellschaft Gefahr, vorzeitig klein beigeben zu müssen, weil ihnen das Prozessrisiko über den Kopf wächst. "Vielen Mandanten ist nicht klar, dass der Karriereaufstieg etwa zum Geschäftsführer den Verlust des privaten Versicherungsrechtsschutzes bedeutet, obwohl er gerade dann wichtig wird", nennt Rechtsanwältin Antje Burmester aus dem Kölner Büro der Arbeitsrechts-Boutique Ulrich Weber & Partner den Hauptgrund für die Rechtsschutzfalle.

Und die schnappt zu, weil die betroffenen Manager fälschlicherweise glauben, dass sie auch beruflich über ihre private Familien- oder Verkehrsrechtsschutzversicherung abgesichert sind. Doch das erweist sich nach einem kurzen Blick in die Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung (ARB) als Trugschluss: Nach § 3 Absatz 2c ARB sind "Rechtsangelegenheiten aus dem Recht der Handelsgesellschaften oder aus Anstellungsverhältnissen gesetzlicher Vertreter juristischer Personen" nicht mitversichert. Während damit Führungskräfte aus der zweiten Reihe über ihre private Rechtsschutzversicherung vor arbeitsrechtlichen Risiken geschützt sind, müssen sich Geschäftsführer und Vorstände gesondert versichern. Oder sie gehen bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit ihrem Dienstherrn erst einmal kräftig in Vorkasse. "Der Gegenstandswert für Streitigkeiten aus den Anstellungsverhältnissen liegt häufig viel höher als bei Auseinandersetzungen mit Arbeitnehmern", warnt Antje Burmester.

Während Arbeitnehmer Gerichtskosten auf der Basis von nur drei Monatsgehältern vorschießen müssen, sind es bei Führungskräften drei Jahresgehälter. "Hinzu kommt, dass derartige Verfahren im Regelfall vor den Zivilgerichten durchzuführen sind, so dass die unterliegende Partei der obsiegenden Partei die Anwalts- und Gerichtskosten erstatten muss", nennt Antje Burmester ein weiteres finanzielles Risiko, das unterversicherten Führungskräften im Fall einer Kündigung droht.

Seite 1:

Leitende Angestellte laufen in die Rechtsschutzfalle

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%