MBA-Programm
TU Müchen: Strategie der Nische

Lange Zeit hat sich die TU München gegen ein MBA-Programm gewehrt, doch inzwischen ist die Eliteuniversität auf dem lukrativen Markt aktiv: Die TU München setzt auf zwei spezialisierte MBA-Programme und hat ihre Alumni im Visier.

HB. Eigentlich habe ich immer ziemliche Vorurteile gegenüber dem MBA gehabt“, erzählt Jan Philipps. „Ich dachte, das ist nur etwas für Leute, die in den Vorstand oder zu einer Beratung wollen.“ Doch dann hat den Geschäftsführer des Münchener Technologie-Dienstleisters Validas der neue MBA-Studiengang seiner einstigen Alma Mater überzeugt. „Gerade in einer kleinen Firma muss man sich ja ständig weiterentwickeln“, erklärt der 40-jährige Informatiker.

Seit Mai 2008 bietet die Technische Universität München (TUM) zusammen mit ihrem Gründungs- und Innovationszentrum und der privaten Handelshochschule Leipzig (HHL) einen berufsbegleitenden „Executive MBA in Innovation and Business“ an. Es ist bereits das zweite spezialisierte Executive MBA-Programm nach dem 2003 gestarteten „Executive MBA in Communication and Leadership“.

Dabei hat sich die Elite-Universität lange Zeit gegen ein MBA-Programm gewehrt. Jahrelang verkaufte man unter dem Kürzel MBA ein managementorientiertes betriebswirtschaftliches Aufbaustudium – das mit einem echten MBA nur wenig gemein hatte. 2004 wurde der Studiengang in ein Vollzeit-MBA-Programm umgewandelt. Nun soll er eingestellt werden.

„Bei einem Vollzeit-MBA können wir noch nicht international konkurrenzfähig sein“, sagt Professor Christian Kaserer, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der TUM. „Wir wollen daher Programme in bestimmten Nischen anbieten und diese auch glaubhaft vertreten.“ Der Fokus soll dabei auf der Executive Education liegen – also der Weiterbildung für Manager. Demnächst entsteht daher ein neues Center for Executive Education mit einem erweiterten Angebotsportfolio. Neben den beiden Executive-MBA-Programmen soll es auch Zertifikatsprogramme und maßgeschneiderte Weiterbildung für Firmen geben. Dabei will die TUM mit einer führenden europäischen Business School zusammenarbeiten.

„Unsere Zielgruppe sind Unternehmer und Führungskräfte“, erklärt Professor Kaserer, der ab April der Akademische Direktor der MBA-Programme der TUM Business-School wird. Im Blick habe man dabei vor allem die Alumni, die sich an ihrer Alma Mater weiterbilden sollen. Zudem verfügt die Uni über beste Unternehmenskontakte, sei es zu Altana, BMW, Siemens oder MAN. So werden rund drei Viertel der Teilnehmer am einjährigen und 32 000 Euro teuren „Executive MBA in Communication and Leadership“ von ihrem Arbeitgeber finanziert.

Das Programm ist Teil der Qualifizierungsinitiative Communicate, die von der Bertelsmann Stiftung, der Heinz Nixdorf Stiftung und dem Daimler-Chrysler-Fonds ins Leben gerufen und finanziell mit 1,7 Millionen Euro unterstützt wurde. Bereits im Oktober 2007 zogen sich die drei Stiftungen jedoch zurück und übergaben die Verantwortung an die TUM. Die Teilnehmer haben durchschnittlich zehn Jahre Berufserfahrung und sind 36 Jahre alt. Je ein Viertel hat einen Hintergrund in Ingenieur-, Natur- oder in Geisteswissenschaften. 18 Prozent kommen aus dem Bereich Medien, Journalistik oder Kommunikationswissenschaft.

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