MBA-Schools
„Wir sind nicht schuld!“

Wenn die Dinge danebengehen, gibt es eine natürliche Neigung, nach Leuten oder Organisationen zu suchen, denen man die Schuld dafür geben kann. Doch Business Schools wollen nicht als Sündenböcke für die globale Finanzkrise herhalten. London Business School-Chef Sir Andrew Likierman wehrt sich.

HB. Und wenn die Dinge so spektakulär danebengehen, wie sie es in der globalen Finanzkrise getan haben, ist die Suche nach Sündenböcken besonders intensiv, leidenschaftlich und weitreichend. Wer sind die Kandidaten? Eine kurze Liste umfasst die Top-Manager, die ihr Risikomanagement versaut haben, die Kredit-Rating-Agenturen, die falsche Ratings herausgaben, Hauskäufer, die sich zu stark verschuldeten, und Konsumenten, die Dinge gekauft haben, die sie sich nicht leisten konnten. Dann gäbe es noch die Banken, die den Hauskäufern und Konsumenten zu viel Geld geliehen haben, die Aufsichtsbehörden, die dies zuließen, und die Regierungen, die die Aufsichtsbehörden nicht richtig beaufsichtigten.

Wenn diese Liste nicht ausreicht, kann man es immer noch mit den Leuten versuchen, die die Ideen hatten, die dazu führten, dass alles schief lief, oder auch mit den Leuten, die solche Leute ausgebildet haben - insbesondere natürlich die Business Schools.

Business Schools stellen ein exzellentes Ziel dar, gerade weil es ja nachweislich so ist, dass sie einige der cleversten Leute im Business früh anzogen, weil die sich davon versprachen, dass ihre Managementfähigkeiten verbessert würden und dass ein MBA ihren Aufstieg auf der Karriereleiter beschleunigen würde.

Und Business Schools sind ja auch an vorderster Front bei Management- und Finance-Fragen positioniert; die innovativen Ideen, die sie vordenken, werden dann später oft unverzichtbarer Teil des ökonomischen Lebens. Wenn Business Schools keine neuen Ideen ausbrüten, dann machen sie ganz einfach ihren Job nicht.

So ist es ziemlich einfach, Business Schools für so ziemlich jede Idee verantwortlich zu machen, die sich am Ursprung von etwas befindet. Das trifft auf Innovationen zu, die offenkundig Nutzen bringen, aber auch für Entwicklungen, von denen man heute meint, dass sie negative Effekte haben. Und eben auch für die komplexen Finanzinstrumente und-modelle, die bei den gegenwärtigen Bankenproblemen eine Rolle gespielt haben.

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