Mehr deutsche Studenten sollen ins Ausland
Deutsche Hochschulen werden im Ausland beliebter

Das Studium in Deutschland wird für junge Ausländer attraktiver. In den vergangenen beiden Jahren ist die Zahl der ausländischen Studierenden in der Bundesrepublik um 30 000 auf 143 000 gestiegen (plus 25 Prozent). Nach Jahren der Zurückhaltung ist damit offensichtlich eine Trendwende eingeleitet.

HB/dpa BERLIN. Bundesbildungsministerin Edelhard Bulmahn (SPD) kündigte am Donnerstag in Berlin weitere Unterstützung für die Hochschulen beim Werben um ausländische Studierende und vor allem um Nachwuchswissenschaftler an. Acht Prozent der insgesamt 1,87 Millionen Studenten in Deutschland haben jetzt einen ausländischen Pass. Bis 2008 will Bulmahn den Anteil auf zehn Prozent erhöhen - auch mit Blick auf den erwarteten Bewerberrückgang deutscher Studenten in Folge des Geburtenknicks. Zugleich will Bulmahn künftig 20 Prozent der deutschen Studenten für mindestens ein Semester ins Ausland schicken.

Der Bund will auch den Sofja Kovalevskaja-Preis für internationale Top-Wissenschaftler erneut ausschreiben - wenn auch in abgespeckter Form. Das bisher aus UMTS-Zinserlösen finanzierte Programm für Spitzenkräfte aus dem Ausland, das großzügiger als der Nobelpreis ausgestattet war, sollte ursprünglich zum Jahresende auslaufen.

Sorge bereitet allerdings nach wie vor die Wohnsituation für ausländische Studenten in Deutschland. „Wir müssen da noch was tun“, forderte der Präsident der Rektorenkonferenz, Klaus Landfried. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerkes (DSW) fehlen derzeit für die ausländischen Gäste an den Hochschulen mindestens 21 000 Wohnheimplätze. Das Angebot des Bundes, für den Bau Kreditmittel der staatlichen Aufbaubank in Anspruch zu nehmen, werde leider von den Länder nicht ausreichend genutzt, sagte DSW-Generalsekretär Dieter Schäferbarthold.

Rund 30 Prozent der bundesweit vorhandenen 220 000 Wohnheimplätze der Studentenwerke sind nach DSW-Angaben derzeit mit Ausländern belegt. In großen Hochschulstädten liegt die Ausländerquote in den Wohnheimen bereits bei 50 bis 60 Prozent.

Bulmahn begrüßte, dass durch die Öffnung der deutschen Hochschulen für ausländische Nachwuchskräfte der Lehrkörper immer internationaler werde. 15 Prozent der neuen Juniorprofessuren seien mit Ausländern besetzt worden. Mit der Einführung der international bekannten und auf einander aufbauenden Bachelor- und Masterabschlüsse werde die Attraktivität der deutschen Hochschulen weiter steigen. Inzwischen gebe es 1600 solcher Studiengänge, davon seien 500 englischsprachig. Nach Bulmahns Angaben soll Anfang Oktober eine deutsche Universität in Kairo eröffnet werden.

Der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes mahnte Bund und Länder, das Zuwanderungsgesetz rasch zu verabschieden. Nur so könnten ausländischen Wissenschaftlern in Deutschland die notwendigen Sicherheiten gegeben werden.

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