Mehrheit der Dax-Unternehmen legt Bezüge offen
2005 verbessert Einblick in Vorstandsgehälter

Immer mehr Großunternehmen in Deutschland legen die individualisierten Bezüge ihrer Vorstände offen. Sie folgen damit den Empfehlungen für eine transparente Unternehmensführung und -kontrolle, die eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission unter Leitung von Gerhard Cromme, dem Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp, im Februar 2002 formuliert hatte.

HB DÜSSELDORF. Zwar gefällt es vielen Wirtschaftslenkern hier zu Lande nach wie vor nicht, ihr Salär vor den Aktionären und damit vor aller Augen zu offenbaren. Doch der massive Druck von Politikern und ausländischen Investoren wirkt: Zur nächsten Hauptversammlungssaison wird erstmals mehr als die Hälfte der 30 Dax-Konzerne einen tieferen Einblick in die Bezüge ihrer Führungselite gewähren. Und das ist gut so.

Mit Allianz, Siemens, Commerzbank und Schering geben vier weitere Gesellschaften aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) die Gehälter jedes einzelnen Vorstands preis. Neun Unternehmen hatten schon in diesem Jahr ihre Geheimhaltung abgelegt: Altana, Bayer, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Post, Deutsche Telekom, RWE, SAP und Thyssen-Krupp.

Mit der Hypo-Vereinsbank, Volkswagen, MAN, Metro und Infineon wollen immerhin fünf weitere Unternehmen mit dem Geschäftsbericht 2004 zumindest das Gehalt des Vorstandsvorsitzenden nennen. Für die anderen Vorstände werden weiter gehende Aussagen zur Vergütungsstruktur gemacht, aber keine individuellen Einkommensangaben.

Die Einsicht von Deutschlands Managerelite kommt gerade noch zur rechten Zeit. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte in der brisanten Frage zwar stets auf das Prinzip der Freiwilligkeit gesetzt, andererseits aber ein Gesetz nicht ausgeschlossen, um ein Ende der Geheimhaltung zu erzwingen. Die Frist, innerhalb der die Mehrheit der 30 Dax-Konzerne die Empfehlungen der Cromme-Kommission befolgen sollen, läuft im Sommer 2005 ab. Das Zwischenziel wird erreicht. Wann aber lenken BASF, Daimler-Chrysler, BMW, Tui oder Münchener Rück endlich ein?

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Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Redakteur
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