Mentoring-Programme
Unis stärken Frauenförderung

Manager helfen bei der Karriereplanung: Um Frauen vor allem in den naturwissenschaftlich-technischen Männerdomänen speziell zu fördern, wurden in den letzten Jahren bundesweit immer mehr Mentoring-Programme ins Leben gerufen. Eine Vorreiterrolle hat die Ruhruniversität Bochum inne.

DÜSSELDORF. Regine Scheder hat es geschafft. Anfang 2008 hat die 29-Jährige ihre Mathematik-Promotion abgeschlossen und kurz darauf ihren Traumjob gefunden. Als Junior-Consultant bei dem Beratungsunternehmen für Finanzdienstleister Towers Perrin in Zürich entwickelt sie heute mathematische Modelle für Lebensversicherungen. Mathematisch arbeiten zu können, in unbefristeter Anstellung bei einem internationalen Unternehmen, das hatte sie sich gewünscht.

Den Weg dorthin hat Regine Scheder im Tandem gefunden, in einem sogenannten Mentoring-Programm der Ruhruniversität Bochum. Hinter dem Begriff steckt ein uraltes Prinzip des Lernens: Mentoren nehmen ihre Schützlinge, die Mentees, an die Hand, indem sie ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und eine Vorbildfunktion erfüllen, ohne zu belehren.

Auf diesem Tandem-Prinzip beruht seit etwa zehn Jahren ein beliebtes Gleichstellungsinstrument deutscher Hochschulen. Um Frauen vor allem in den naturwissenschaftlich-technischen Männerdomänen speziell zu fördern, wurden in den letzten Jahren bundesweit immer mehr Mentoring-Programme ins Leben gerufen. In der Regel steht dabei ein Mentor oder eine Mentorin aus Wissenschaft oder Wirtschaft einer Studentin, Doktorandin oder Habilitandin für einen begrenzten Zeitraum beratend zur Seite.

Thekla heißt eines dieser Programme an der Ruhruni Bochum. Hier hat Regine Scheder vor ein paar Jahren mitgemacht. Als Mathematikstudentin mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften hat sie damals damit geliebäugelt, in die Unternehmensberatung zu gehen. Doch wie sieht der Job in der Praxis aus? Ein Jahr lang hat sie sich mit ihrer Mentorin, der Mathematikerin Michaele Völler, die selbst als Unternehmensberaterin arbeitet, regelmäßig getroffen, telefoniert, E-Mails ausgetauscht. „Ich konnte mich mit jemandem außerhalb von Familie und Uni austauschen, der vom Fach ist und beruflich genau das macht, was ich machen wollte“, sagt Regine Scheder. Ihre Mentorin habe sie in dem Wunsch bestärkt zu promovieren und ihr auch den Impuls gegeben, während der Promotion in die USA zu gehen.

Wie Thekla funktionieren die meisten Mentorings an den Hochschulen. Sie dauern in der Regel zwischen ein und anderthalb Jahren. Zum festen Rahmenprogramm gehören die Kick-off-Veranstaltungen, Zwischenbilanztreffen und Abschlusskonferenzen eines Jahrgangs. Und begleitend können die Teilnehmerinnen Seminare und Workshops besuchen, in denen es um Präsentationstechniken geht oder um die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch den Mentoren stehen Weiterbildungen zur Verfügung, etwa zur Frage: „Wie berate ich richtig?“

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