Mobbing
Wenn der Job zur Hölle wird

Schikaniert, beleidigt, ausgegrenzt: Über eine Million Menschen in Deutschland leiden unter Mobbing am Arbeitsplatz. Am häufigsten sind Frauen von der Schikane betroffen. Auch wenn viele Opfer hoffen, das geht schon vorüber, hilft nur eins: handeln. Wie sich Arbeitnehmer am besten gegen Mobbing wehren.

„Blöde Ostblockschlampe, sei froh, dass du hier arbeiten darfst.“ Solche Beleidigungen ihres Chefs waren für Anna W. (Name geändert) jahrelang Alltag. Aus Angst vor der Arbeit bekam die Sachbearbeiterin aus der Nähe von Nürnberg irgendwann schon morgens Schweißausbrüche und Magenschmerzen.

Die Aktionen des Vorgesetzten schienen willkürlich und grundlos. So musste sie ohne Vorwarnung von einem auf den anderen Tag ihren Schreibtisch räumen und sich innerhalb der Abteilung umsetzen. Ein anderes Mal wurde sie des Diebstahls beschuldigt. Und immer waren da diese rassistischen und frauenfeindlichen Beleidigungen.

Warum er sich so verhalten hat, weiß sie nicht. Ein verzweifelter Versuch sich zu wehren, scheiterte: Eine schriftliche Aufforderung, in der sie ihren Chef bat, solche Äußerungen zu unterlassen, ignorierte er einfach. „Das ist eindeutig Mobbing“, sagt Antje Rabenalt, Konfliktberaterin und Mediatorin aus Berlin. „Trotz Hinweis wurde keine Rücksicht genommen.“ Seit Herbst 2006 betreibt Rabenalt neben dem Beratungsunternehmen Media Consult zusammen mit vier Kollegen eine bundesweite Krisenhotline für Mobbing-Opfer.

Unsere Kollegen können wir uns in der Regel nicht aussuchen. Es ist eine Zwangsgemeinschaft. Doch was, wenn es regelmäßig zu Konflikten kommt – wenn es persönlich wird und wir plötzlich in der Außenseiterrolle sind. Mobbing ist in den meisten Unternehmen noch immer ein Tabuthema, obwohl laut dem 2002 erschienenen Mobbing-Report über eine Million Menschen in Deutschland davon betroffen sind. Und immerhin hat mehr als jeder Neunte im Laufe seiner Karriere unter Mobbing zu leiden.

„Das typische Mobbing-Opfer gibt es nicht“, sagt Bärbel Meschkutat, Diplom-Pädagogin und Wissenschaftlerin an der Sozialforschungsstelle Dortmund. Zusammen mit ihrer Kollegin Martina Stackelbeck hat sie 2002 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit den Mobbing-Report herausgebracht – die erste und bisher einzige repräsentative Studie zu diesem Thema in Deutschland.

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