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Modernisierte Ausbildungsordnungen für Speditions- und Verkehrsbereich sowie Handel seit August 2004 in Kraft

Seit dem 1. 8. 2004 können in folgenden Ausbildungsberufen modernisierte ...

Seit dem 1. 8. 2004 können in folgenden Ausbildungsberufen modernisierte und den aktuellen Erfordernissen der Wirtschaft entsprechende Inhalte ausgebildet werden:

  • Verkäufer/Verkäuferin
  • Kaufmann im Einzelhandel/Kauffrau im Einzelhandel
  • Fachlagerist/Fachlageristin
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung
  • Schifffahrtskaufmann/Schifffahrtskauffrau
  • Kaufmann für Verkehrsservice/Kauffrau für Verkehrsservice (Aufhebung der Befristung)


Nach dem im Handel und im Lagerbereich bestehendem Gesamtqualifizierungskonzept, können Auszubildende einen 2-jährigen Beruf erlernen und im Anschluss daran den Abschluss im branchenbezogenen 3-jährigen Beruf absolvieren. Dies ist in den vorliegenden Verordnungen umgesetzt worden, indem die ersten beiden Ausbildungsjahre inhaltlich weitestgehend gleich gestaltet worden sind. Der Grundstein für die Fortführung der Ausbildung im 3-jährigen Ausbildungsberuf wird somit bereits im 2-jährigen Beruf gelegt. Ob der sog. Durchstieg letztlich gelingt, hängt in erster Linie von den Leistungen der Auszubildenden, aber auch von den Möglichkeiten des jeweiligen Ausbildungsbetriebes ab. Im Hinblick darauf, dass die Wissenslücke zwischen den beiden Branchenberufen nur noch marginal ist, wird die Entscheidung der Betriebe für die Übernahme eines Jugendlichen in die 3-jährige Ausbildung erleichtert.

  • Für den Handel ist es nach über 30 Jahren zähen Ringens um eine qualifizierte Ausbildung im Einzelhandel, die den Interessen beider Sozialpartner so weit als möglich gerecht wird, gelungen, der Branche mit den modernisierten Ausbildungsordnungen Verkäufer/Verkäuferin sowie Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel ein solides Qualifizierungskonzept für die Zukunft der Branche und damit der Sicherung des Fachkräftenachwuchses zur Verfügung zu stellen.
  • Durch die gewählte Struktur der Ausbildung mit Pflicht- und Wahlbausteinen werden die Ausbildungsmöglichkeiten vieler Betriebe erweitert und so die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht. Je nach Ausprägung entweder als beratungsintensives oder selbstbedienungsorientiertes Unternehmen, mit breitem oder tiefem Sortiment, das z. B. unterschiedliche Anforderungen an Kommunikationsfähigkeiten und/oder Warenkenntnisse stellt, wird es für den einzelnen Betrieb nun viel leichter möglich, entsprechend seiner betrieblichen Erfordernisse auszubilden. Unternehmen mit einer Vielzahl von Filialbetrieben haben neuerdings die Möglichkeit, eine Qualifikationseinheit "Grundlagen unternehmerischer Selbständigkeit" zu wählen, die jedoch nicht Gegenstand der Abschlussprüfung ist. Hierdurch können sie die qualifikatorischen Grundlagen ihrer zukünftigen Filialleiter bereits in der Erstausbildung legen.
  • Die Neuordnung der beiden Ausbildungsberufe für den Lagerbereich berücksichtigt die verstärkte Prozessorientierung bezogen auf logistische Abläufe im Lagerbereich, das Erfordernis einer erhöhten Qualitätssicherung sowie die Intensivierung der Aspekte des Umweltschutzes. Diese Inhalte sind abhängig von den konzerninternen Aufgabenbereichen eher operativ (2-jähriger Beruf) oder dispositiv (3-jähriger Beruf) ausgestaltet. Ach wurden die Berufsbezeichnungen im Rahmen der Neuordnung geändert: der Handelsfachpacker/die Handelsfachpackerin in Fachlagerist/Fachlageristin und die Fachkraft für Lagerwirtschaft in Fachkraft für Lagerlogistik.
  • Aufgrund der Veränderungen im Tätigkeitsfeld der Spediteure, insbes. im Bereich logistische Dienstleistungen, wurde eine Modernisierung der Ausbildungsordnung zum Speditionskaufmann/zur Speditionskauffrau von 1996 erforderlich. Auch hier wurde die Berufsbezeichnungen geändert in: Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Gleichzeitig wird der Fremdsprachenanteil in der Ausbildung verstärkt, um den internationalen Tätigkeitsfeldern des Berufs stärker Rechnung zu tragen. Die Ausbildungsordnung sieht darüber hinaus die Vermittlung der Inhalte an mindestens zwei Verkehrsträgern vor, um eine größere Einsatzbreite mit der damit verbundenen Arbeitsmarktflexibilität zu gewährleisten.
  • Für die kaufmännische Berufsausbildung im Bereich der Seeschifffahrt wird in der modernisierten Ausbildungsordnung besonderer Wert auf die Verstärkung der Fremdsprachenkompetenz und das Verständnis für prozessorientierte, logistikbezogene Zusammenhänge gelegt. Mit der Neuordnung wird auch dem immer stärkeren Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen sowie der Erweiterung der kaufmännischen und logistischen Tätigkeiten Rechnung getragen.
  • Abschließend wird die bis zum 31. 7. 2004 befristete Ausbildungsordnung "Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice" aufgehoben, um den Betrieben mehr Rechtssicherheit bei ihrer Ausbildungsplanung zu geben. Im Zusammenhang mit der Existenz des neuen Ausbildungsberufs "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" wird geprüft, ob die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Verkehrsservice wie bisher den Schwerpunkt "Service und Sicherheit" benötigt, wenn i. d. R. in den Betrieben beide Berufe ausgebildet werden.


Die Texte der Verordnungen sind in folgenden Bundesgesetzblättern nachzulesen:

  • Verordnung über die Berufsausbildung im Einzelhandel in den Ausbildungsberufen Verkäufer/Verkäuferin und Kaufmann im Einzelhandel/Kauffrau im Einzelhandel vom 16. 7. 2004 - verkündet am 26. 7. 2004 im BGBl. I Nr. 38 S. 1806
  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Schifffahrtskaufmann/zur Schifffahrtskauffrau vom 23. 7. 2004 - verkündet am 28. 7. 2004 im BGBl. I Nr. 39 S. 1874
  • Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich in den Ausbildungsberufen Fachlagerist/Fachlageristin und Fachkraft für Lagerlogistik vom 26. 7. 2004 - verkündet am 28. 7. 2004 im BGBl. I Nr. 39 S. 1887
  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung vom 26. 7. 2004 - verkündet am 28. 7. 2004 im BGBl. I Nr. 39 S. 1902
  • Erste Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Verkehrsservice/zur Kauffrau für Verkehrsservice vom 20. 7. 2004 - verkündet am 23. 7. 2004 im BGBl. I Nr. 37 S. 1716 (Quelle: Pressemitt. des BMWA).




Quelle: DER BETRIEB, 15.09.2004

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