Möglichkeit zur Besserung geben: Fehlende Kooperation ist kein Kündigungsgrund

Möglichkeit zur Besserung geben
Fehlende Kooperation ist kein Kündigungsgrund

Auch wenn sich ein Arbeitnehmer beharrlich weigert, mit seinem Vorgesetzten zusammenzuarbeiten, ist dies kein automatischer Kündiungsgrund. Auch in einem derart drastischen Fall ist zunächst eine Abmahnung erforderlich.

HB FRANKFURT/M. Das geht aus einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter gaben der Klage eines Verwaltungsangestellten gegen den Träger eines Altenheims statt und erklärten dessen Entlassung für gegenstandslos.

Der Arbeitnehmer hatte sich über einen längeren Zeitraum geweigert, mit der Leiterin des Altenheimes zusammenzuarbeiten und dabei auch wichtige Mitteilungen unterlassen. Wegen seines Verhaltens wurde ihm fristgerecht gekündigt.

Laut Urteil hätte der Kündigung jedoch eine Abmahnung vorausgehen müssen. Verweigere eine Arbeitnehmer die Zusammenarbeit mit Kollegen oder Vorgesetzten, müsse ihn das Unternehmen darauf hinweisen, dass es ein solches Verhalten nicht dulde und ihm die Möglichkeit einer Besserung einräumen. Erst im Wiederholungsfall dürfe man sich von dem Mitarbeiter trennen, so das Gericht.

Az: 20 Ca 2962/02

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