Morgan Stanley, Smith Barney, Merrill Lynch, Normura
Hintergrund: Spektakuläre Diskriminierungsfälle

Die Namen auf der Liste mit Unternehmen, die sich Diskriminierungsklagen ausgesetzt sahen oder sehen ist, sind durchaus prominent.

Morgan Stanley: Einer der spektakulärsten Fälle zum Thema Diskriminierung von Frauen endete Anfang dieser Woche. Die US-Investmentbank Morgan Stanley stimmte am Montag einem Vergleich in Höhe von 54 Mill. Dollar zu – kurz vor Beginn der Gerichtsverhandlung. Die Wall-Street-Firma war von der für Diskriminierungsbeschwerden zuständigen US-Behörde EEOC (Equal Employment Opportunity Commission) im September 2001 verklagt worden. Morgan Stanley wurde von der Behörde beschuldigt, Mitarbeiterinnen in der institutionellen Wertpapiersparte bei Beförderungen und Bezahlung benachteiligt zu haben. Die Hauptbeschwerdeführerin Allison Schieffelin erhält 12 Mill. Dollar. Sie hatte als ehemalige Anleiheverkäuferin zeitweise mehr als eine Million Dollar Jahresgehalt erhalten, ehe sie entlassen wurde. Auch die anderen derzeitigen und früheren Mitarbeiterinnen der Sparte können Ansprüche geltend machen. Hierfür wurden 40 Mill. Dollar in einen Sonderfonds eingebracht. Weitere zwei Millionen Dollar werden für Programme bereitgestellt, um die Entlohnungs- und Beförderungschancen für Frauen bei Morgan Stanley zu verbessern.

Smith Barney: Die Investmentbank, Tochter der amerikanischen Citibank, hatte schon im Jahr 1997 einem Vergleich auf Zahlung von rund 100 Mill. Dollar an fast 2000 Mitarbeiterinnen zugestimmt. Diese hatten ihre Vorgesetzten wegen sexueller Belästigung verklagt. Die Ex-Angestellte Pamela Bartens hatte eine Sammelklage gegen ihren Arbeitgeber angestrengt.

Merrill Lynch: Auch in der Londoner City steht das Thema Diskriminierung derzeit hoch im Kurs. Am prominentesten ist der Fall der Bankerin Stephanie Villalba, die mit ihrem Ex-Arbeitgeber Merrill Lynch vor Gericht derzeit um die Summe von 7,5 Mill. Pfund streitet. Sie sei systematisch diskriminiert worden. Einmal habe sie, die bis zu einer Mill. Pfund im Jahr verdiente, ihren Kollegen während eines Fluges Kaffee servieren müssen. Merrill begründete die Ungleichbehandlung mit Villalbas schlechterer Arbeit. Die Bank ist allerdings bei solchen Fällen keine Unbekannte. So musste das Institut in den vergangenen Jahren vornehmlich in den USA insgesamt 100 Mill. Dollar zahlen, um rund 900 Diskriminierungsfälle zu lösen.

Nomura: Dass die Klägerinnen in der Londoner City ihr Recht durchaus hartnäckig verfolgen, zeigt auch der Fall Andrea Madarassy. Die ehemalige Nomura-Angestellte blitzte mit ihrer Klage wegen Diskriminierung vor dem Arbeitsgericht ab – und ging kürzlich in die Berufung.

wo/fs

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