Nach der Kritik an den hohen Gehältern
Gesetz soll Manager-Gehälter deckeln

Im Streit um die Höhe der Manager-Gehälter in Deutschland hat der ehemalige Daimler-Benz-Vorstandschef Edzard Reuter notfalls eine Begrenzung per Gesetz gefordert. Und Ex-SPD-Chef Hans-Jochen-Vogel verlangt eine gesetzliche Obergrenze, die im Verhältnis zum Facharbeiterlohn steht.

HB BERLIN. Manche der heutigen Gehälter seien unmoralisch und ethisch nicht mehr begründbar, sagte Reuter am Mittwoch im Deutschlandfunk. Sollte es zu keine Selbstverpflichtung der Manager geben, müsse der Gesetzgeber eingreifen und Höchstgrenzen festlegen. Das sei zwar schwierig, aber möglich.

Reuter war einst Vorstandschef beim Autobauer Daimler-Benz, der später im Daimler-Chrysler-Konzern aufging. Bei Daimler-Chrysler wird derzeit um Kosteneinsparungen gerungen. In dem Zusammenhang hatten Politiker und Gewerkschafter kritisiert, bei einfachen Arbeitnehmern solle kräftig gespart werden, während die Gehälter der Manager teils in absurde Höhen gestiegen seien.

Auch der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel hat eine Obergrenze für Managergehälter gefordert. In der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe) schlug Vogel vor, die Bezüge von Vorstandsmitgliedern beim 100-fachen Facharbeiterlohn zu begrenzen. In der Vergangenheit habe ein Vorstandsvorsitzender in der Regel das 20- oder 30-fache eines Facharbeiters verdient. Dass nun teils das 200- bis 370-fache bezahlt werde, sei maßlos und bedürfe der Korrektur, wurde Vogel zitiert. Er forderte zudem, Managerbezüge offenzulegen.

Die Höhe der Gehälter mancher Manager in Deutschland war allerdings auch bereits zuvor in der Öffentlichkeit teils scharf kritisiert worden. Wirtschaftsfachleute hatten indes wiederholt argumentiert, die Management-Gehälter in Deutschland seien im internationalen Vergleich eher gering und eine noch geringere Bezahlung könne die Bereitschaft internationaler Spitzenkräfte mindern, bei deutschen Firmen anzuheuern.

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