Nachgefragt
Langsam und fließend die Ruhe finden

Das Handelsblatt im Gespräch mit einem Meister des Tai Chi, Ma Jiangbao. Er betreut seit über 17 Jahren Manager in dieser Sportart.

Herr Ma, Was können Sie für gestresste Manager tun?

Tai Chi macht den Kopf frei. Der Stress verschwindet, weil die Geschäftsleute endlich aufhören können, an ihre Arbeit zu denken. Durch die Bewegungen fällt die Müdigkeit von einem ab, danach kann man sich viel besser konzentrieren.

Wie oft würden sie Tai-Chi - Training empfehlen, damit es wirklich effektiv ist?

Ein Geschäftsmann sitzt zehn bis 15 Stunden am Tag. Sei es vor dem Computer, im Auto oder am Konferenztisch. Um das zu kompensieren, ist auf jeden Fall regelmäßiges Training nötig. Am besten täglich. Es hilft aber schon, wenn man die 15-minütige Kaffeepause gegen eine Tai-Chi-Übung austauscht. Dann bemerkt man ziemlich schnell eine Verbesserung. Nicht nur, was den Stress angeht.

Mit was für positiven Effekten ist denn sonst noch zu rechnen?

Die Verspannungen und Blockaden, die durch das viele Sitzen kommen, werden gelöst. Schmerzen im Rücken- und Schulterbereich verschwinden. Außerdem ist das Verletzungsrisiko beim Schattenboxen minimal. Ein Manager kann es sich schließlich nicht leisten, mit einem blauen Auge im Büro zu erscheinen.

Läuft beim Tai Chi deshalb alles im Zeitlupentempo ab?

Nur wenn wir langsam bleiben, können wir Ruhe erlangen und den Geist konzentrieren. Nur dann kann die Atmung ruhig, stabil, tief und lang sein. Und nur im Zeitlupentempo werden die Bewegungen leicht und fließend.

Fällt Europäern Tai Chi schwerer als Asiaten?

Im Moment ist das vielleicht noch so, weil Schattenboxen in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Für chinesische Geschäftsleute ist Tai Chi ganz normal. An sich gilt: Schattenboxen kann jeder, man braucht kein besonderes Talent dafür.

Das Gespräch führte Katrin Elger.

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