Neue Studienangebote
Hochschulen konkurrieren um die Gesundheitsexperten von morgen

Kostendruck, Personalmangel und suboptimale Abläufe: Die Ansprüche an die Managerqualitäten von Klinikleitern steigen. Immer mehr Hochschulen haben diesen Bedarf erkannt und reagieren mit neuen Studienangeboten.

FRANKFURT. „Die Nachfrage bei den Studenten ist groß“, sagt Julia Sander, Rektorin der privaten SRH Fernfachhochschule Riedlingen. Als die Fachhochschule in diesem Sommersemester einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Sozialwirtschaft auflegte, gewann sie aus dem Stand weg 80 Studenten. Das Studium soll Mitarbeitern von Krankenhäusern, Kassen und sozialen Einrichtungen in sechs Semestern betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermitteln. Die Studiengebühren für das bei entsprechender Berufserfahrung auch ohne Fachhochschulreife zugängliche Studium belaufen sich derzeit auf 350 Euro im Monat.

Viele Studiengänge im Bereich Gesundheitsmanagement richten sich jedoch an Führungskräfte, die bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche haben. Das gilt nicht nur für den Masterstudiengang Health-Care-Management der Riedlinger Fernhochschule, der das Licht der Welt erst vor wenigen Wochen erblickte. Auch die European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel bei Wiesbaden bietet Zusatzqualifikationen für Führungskräfte an. Seit 1996 absolvierten nach EBS-Angaben 600 Teilnehmer das Zertifikat-Studium Gesundheitsökonomie.

„Die Absolventen haben meist ein Medizin- oder Jura-Studium hinter sich und sind bereits im Gesundheitswesen tätig“, sagt Roswitha Meyer, die an der EBS den Bereich Health-Care-Management leitet. Hinter der Entscheidung für das Zertifikat-Studium stehe meist entweder der Wunsch, die nächste Stufe der Karriereleiter zu nehmen oder aber das Berufsfeld zu wechseln.

Die EBS pflegt über den Ehemaligenverein engen Kontakt zu den Absolventen, denen regelmäßig spezielle ’Brush-up’-Seminare angeboten werden. „Daher wissen wir, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer während der Teilnahme am Zertifikatsstudium oder im Laufe eines Jahres danach diesen Schritt auch schon vollzieht“, sagt Meyer.

Tatsächlich werden fachlich qualifizierte Manager in der Gesundheitsbranche händeringend gesucht. „Die Management-Kapazitäten sind das einzige, was unserem Wachstum derzeit Grenzen setzt“, sagt etwa Peter Küstermann, Chef der privaten Krankenhaus-Kette Helios.

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