Neuer Trend
Lunch-Club statt Kantine

Freiberufler, Heimarbeiter und andere US-Arbeitnehmer schaffen sich Kontakte, indem sie sich zum Essen verabreden.

NEW YORK. Mario ist Inhaber eines Kampfsportstudios, Jonathan arbeitet als Anwalt in einer Kanzlei. Jill ist ebenfalls Juristin, aber seit ein paar Monaten arbeitslos und Rhonda verdient ihren Lebensunterhalt als Fundraiserin. Unter normalen Umständen wären sich diese vier Menschen wohl nie begegnet. Nun sitzen sie bereits seit einer halben Stunde zusammen in einem mexikanischen Restaurant in der Upper West Side und unterhalten sich darüber, wo und ob man sich in New York erholen kann.

Mit am Tisch sitzt Jared Nissim. Der 30-jährige New Yorker hat vor zwei Jahren den Lunch Club gegründet. Damals lebte und arbeitete er als freiberuflicher technischer Redakteur im East Village: „Jeder, der zu Hause arbeitet, weiß, wie isoliert man sich nach einer Weile fühlt. Die Freunde sind im Büro und niemand ist da, mit dem man sich mittags zum Essen treffen könnte.“ Was tun? Der New Yorker beschloss, eine Anzeige ins Internet zu setzen und nach anderen Heimarbeitern im East Village zu suchen, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt.

„Zum ersten Lunch waren zehn Leute angemeldet – gekommen sind zwei“, erinnert sich Nissim an den Anfang. „Es war eine neue, aber lustige Erfahrung, mit völlig fremden Menschen am Tisch zu sitzen und gemeinsam zu essen. Aber die Idee hat funktioniert.“

Der New Yorker beschloss also, weitere Treffen zu organisieren und hatte Erfolg: Inzwischen treffen sich die Lunch-Club-Mitglieder nicht nur zum Mittagessen, sondern auch abends oder sonntags zum Brunch. 1 700 New Yorker stehen bereits auf der Verteilerliste und jeden Monat werden es etwa 100 mehr.

Seite 1:

Lunch-Club statt Kantine

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%