Neues Förderprogramm
Mütter in der Forschung unterstützen

Viele Frauen gehen der Wissenschaft verloren, wenn sie eine Familie gründen. Ein neues Förderprogramm hilft herausragenden Wissenschaftlerinnen aus aller Welt, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Petra Ritter erforscht an der Berliner Charité Mechanismen der Informationsverarbeitung im Gehirn. Und das unter erschwerten Bedingungen, denn die 33-Jährige ist Mutter zweier Kinder: eines Sohnes im Alter von sechs Jahren und einer zehn Wochen alten Tochter. „Ohne Au Pair ginge es bei mir nicht“, sagt sie. „Bisher habe ich oft Wochenenddienste übernommen, um mir diese Hilfe leisten zu können.“ Das ist jetzt erst mal nicht mehr nötig.

Denn Ritter ist eine der drei Preisträgerinnen des Unesco-L’Oreal-Förderprogramms, das am Dienstag in Bonn zum ersten Mal vergeben wurde. For Women in Science – unter diesem Stichwort unterstützen die Unesco und L’Oreal herausragende Wissenschaftlerinnen aus aller Welt. Nun haben sie zusammen mit der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung dieses Programm für Wissenschaftlerinnen mit Kindern ins Leben gerufen. Vergeben wird es jeweils an drei Postdoktorandinnen. Vor allem soll dieser Preis verhindern, dass die Wissenschaftlerinnen der Karriere den Rücken kehren.

Die drei Preisträgerinnen, Maïwen Caudron-Herger, Petra Ritter und Susanne Schreiber haben es nun für ein Jahr leichter, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Der Preis ist mit jeweils 20 000 Euro dotiert. Die Auszeichnung sei sehr wichtig für sie, sagt die Neurowissenschaftlerin Ritter. Das Förderprogramm unterstützt die Preisträgerinnen nicht nur finanziell, sondern bietet ihnen auch die Gelegenheit, an internationalen Konferenzen teilzunehmen oder Seminare zu besuchen. Ein weiterer Teil des Geldes fördert Kinderbetreuungsmöglichkeiten an den Forschungseinrichtungen der Gewinnerinnen – so profitieren auch andere Frauen.

Susanne Schreiber forscht ebenfalls an der Charité in Berlin und ist Mutter einer zwei Jahre alten Tochter. Die 31-jährige Neurophysiologin war Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung, der Daimler-Benz-Stiftung sowie der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Mit Hilfe eines Ansatzes aus Medizin und Physik erforscht sie die Funktionsweise des Gehirns. Langfristig soll Schreibers Forschungsarbeit zur Aufklärung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen beitragen. Die Dritte im Bunde ist die Französin Maïwen Caudron-Herger. Die Physikerin hat ihre Promotion an der Louis-Pasteur-Universität in Straßburg in Zusammenarbeit mit dem European Molecular Biology Labratory in Heidelberg geschrieben. Die 29-Jährige hat ebenfalls eine Tochter im Alter von zwei Jahren.

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