Nicht jedes Attest hält vor Gerichten stand
Urlaubs-Atteste vor Gericht

Die Zeit der Betriebsferien steht vor der Tür. Manchen Mitarbeitern gefällt es am Urlaubsort so gut, dass sie spontan entschließen, etwas länger zu bleiben. Das Mittel zum Zweck: Eine Krankschreibung vom örtlichen Medikus.

DÜSSELDORF. Für argwöhnische Arbeitgeber sind ärztliche Atteste für gewöhnlich schwer zu widerlegen. Wie zwei neuere Urteile zeigen, dürfen es die Sommerfrischler jedoch nicht übertreiben: Häufen sich die Ungereimtheiten, lassen sich die Richter auch von angeblichen medizinischen Gutachten nicht mehr beeindrucken.

Eine griechischstämmige Arbeiterin machte im Juli drei Wochen Urlaub in ihrer Heimat. Kurz vor deren Ende bestätigte ihr ein einheimischer Arzt, sie sei für zwei Wochen krankheitsbedingt arbeitsunfähig. Unmittelbar nach Ablauf der ersten Krankschreibung stellte der Arzt ein weiteres Schriftstück aus, in dem in griechischer Sprache "Hüftschmerzen" und eine weitere "Genesungszeit" von zwei Wochen attestiert wurden. Nach Rückkehr aus dem Urlaub verlangte die Mitarbeiterin für vier Wochen Lohnfortzahlung. Der Arbeitgeber weigerte sich. Der Fall ging vor Gericht.

Vor dem Richtertisch offenbarte sich bei der Beweisaufnahme eine merkwürdige Verkettung von Ungereimtheiten: Wie die Firma beweisen konnte, hatte der Ehemann der Klägerin bei einem Telefonat mit ihrem Chef "Kreislaufprobleme" seiner Gattin angegeben; zudem stellte sich heraus, dass die Bestätigung der Rückenbeschwerden nicht von einem Arzt des griechischen Krankenversicherungsträgers, sondern von einem "Facharzt für Pathologie" ausgestellt worden war. Das Tüpfelchen auf dem i: Das Ende der Krankschreibung deckte sich auf den Tag genau mit dem Ferienende des Ehemanns.

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