Nur bei entsprechenden Belegen für Ablehnungsgrund
Kein Schadenersatz bei verspätetem Zeugnis

Ohne ein Arbeitszeugnis des letzten Arbeitgebers bewerben - da wird so manches Unternehmen stutzig. Und die Einstellungschancen sinken. Deshalb automatisch Schadensersatz beim vorherigen Brötchengeber, der auch nach Monaten noch kein Zeugnis erstellt hat, geltend machen ist dennoch nicht drin, urteilte das Hessische Landesarbeitsgericht in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Richter wiesen damit die Klage einer Sachbearbeiterin gegen eine Bank zurück. (AZ zwei Sa 159/03).

Die Frau hatte von ihrer früheren Arbeitgeberin Schadenersatz in Höhe eines Jahresgehalts verlangt, weil sie das von ihr gewünschte Arbeitszeugnis erst mehrere Monate nach ihrem Ausscheiden erhalten hatte. Sie habe sich ohne das Zeugnis nicht erfolgreich bei anderen Firmen bewerben könne, begründete sie dies. Vor Gericht musste die Klägerin jedoch einräumen, dass sie sich nirgendwo beworben hatte.

Dem Gericht zufolge hätte die Arbeitnehmerin nachweisen müssen, dass sie allein wegen des fehlenden Zeugnisses keinen neuen Arbeitsplatz gefunden hatte. Dafür hätte sie entsprechende Belege der Firmen vorlegen müssen, die sie abgelehnt hätten.

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