Ökonomische Bildung in Italien
Ein Job ist jedem Absolventen sicher

Leckerbissen heißen auf Italienisch Bocconi. Und Bocconi nennt sich auch die berühmte Wirtschaftsuniversität in Mailand. Die private Mailänder Wirtschaftsuni Bocconi ist die beste des Landes.

MAILAND. Selbst wenn die Parallele rein zufällig ist – Gründer der Hochschule war der Handelsmagnat Ferdinando Bocconi – trägt sie ihren Namen zu Recht: Keine andere italienische Universität bildet mehr Filetstücke für Unternehmen und Politik aus als jene 1902 gegründete Institution.

Die Liste der Ehemaligen enthält denn auch die crème de la crème der italienischen Manager- und Unternehmerelite: Egal ob Telecom- und Pirelli-Boss Marco Tronchetti Provera, Unicredito-Chef und Starbanker Alessandro Profumo oder der steinreiche Gründer des Internetdienstleisters Tiscali, Renato Soru – alle haben ein Bocconi-Examen in der Tasche. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti ist der Institution seit seiner Studienzeit in den 60er Jahren besonders verbunden: Er bekleidet seit langem das Amt des Präsidenten der privaten Universität.

Es ist somit eine logische Folge, dass für jene Ausländer, die lieber im Land der Schöngeister und Künstler Wirtschaft und Management studieren möchten, alle Wege zur Bocconi führen. Marc Carolus aus Frankfurt, seit dem letzten Herbst im englischsprachigen Studiengang „International Economics and Management“ eingeschrieben, bringt es auf den Punkt: „Wenn Italien, dann Bocconi.“ Der smarte Student wollte etwas „Ausgefallenes“ machen, das ihm gegenüber einem Studium in Deutschland oder auch England einen „Mehrwert“ bietet. „Erstens schneidet die Bocconi in den Rankings gut ab. Sie ist also ein Markenname mit hohem Ansehen. Zweitens sind die Inhalte kompatibel zum deutschen System. Und drittens ist mein Studiengang sehr international. Ich wollte immer mit Kommilitonen aus ganz Europa zusammen sein.“

Carolus ist indes noch eine Ausnahme. Das Interesse von Ausländern an einem wirtschaftlichen Studium in Italien hält sich bislang in Grenzen. Im laufenden akademischen Jahr sind selbst an der Bocconi gerade einmal 612 der 12 300 Eingeschriebenen Nicht-Italiener. „Sicherlich muss unser Recruitement im Ausland noch besser werden“, sagt Professor Carlo Secchi, Rektor der Hochschule. „Mittelfristig streben wir in den Grundstudiengängen aber einen Ausländeranteil von 15 bis 20 Prozent an. In den weiterführenden Kursen, wie dem MBA, erreichen wir heute bereits über 30 Prozent.“

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