Ökonomische Bildung
Wirtschaft startet Bildungsoffensive

Die deutsche Wirtschaft hat 2009 zum Jahr der ökonomischen Bildung ausgerufen. Unternehmen wollen das Jahr verstärkt nutzen, um ökonomisches Wissen in den Schulen zu fördern. Einen möglichen Bremsklotz erkennen Bildungsexperten in der Lehrerausbildung.

DÜSSELDORF. Bundesweit sind Aktionen mit Schulen und Unternehmen geplant. Ziel ist es, die Wirtschaftskenntnisse der Jugendlichen zu verbessern. „Mit dem Jahr der ökonomischen Bildung wollen wir das Thema noch stärker als bisher fördern und Lehrer unterstützen, ihren Wirtschaftsunterricht aktuell und spannend zu gestalten“, sagt Marion Hüchtermann, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, dem Handelsblatt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft, getragen vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), ist die Dachorganisation von 15 Landesarbeitsgemeinschaften und 450 regionalen Arbeitskreisen. Bundesweit kommen rund 22 000 Vertreter von Schulen und Firmen in den Arbeitskreisen zusammen (www.schulewirtschaft.de). Auslöser für die Entscheidung der Bundesarbeitsgemeinschaft sei nicht nur die Finanzkrise, die eine besorgniserregende Debatte über Sinn und Unsinn der Sozialen Marktwirtschaft losgetreten habe. Vielen Jugendlichen fehlten einfachste wirtschaftliche Grundkenntnisse, sagt Hüchtermann.

Unterstützung erhält die IW-Bildungsreferentin aus der Wissenschaft: „Schüler sollten mehr über die Praxis in den Firmen erfahren. Die späteren Arbeitnehmer müssen zudem lernen, finanzielle Risiken bei ihrer zukünftigen Geldanlage und Kreditaufnahme einschätzen zu können“, sagt Gerd-Jan Krol, Professor am Institut für Ökonomische Bildung der Universität Münster.

Die Aktionen der Wirtschaft starten im März und laufen bis Ende 2010. Geplant sind Konferenzen mit Lehrern und Unternehmern. Die Pädagogen sollen mit Material für den Wirtschaftsunterricht versorgt werden. Zudem erscheint eine Studie, die das Bild der Wirtschaft in Schulbüchern analysiert. Zu einer Tagung im Herbst sind bundesweit Lehrer und Unternehmer eingeladen, um über die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft zu diskutieren.

Die Politik begrüßt die Entscheidung der Wirtschaft, ein Jahr der ökonomischen Bildung auszurufen, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: „Das Thema ist so wichtig, dass wir keine Eintagsfliegen gebrauchen können. Politik und Wirtschaft müssen das Thema stetig fördern“, sagt Henry Tesch, Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), dieser Zeitung. Die Schulen müssten auf solche Aktionen auch gut vorbereitet werden, um sie optimal in den Unterrichtsalltag einbauen zu können, sagt der KMK-Präsident.

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