Ortswechsel
Campen in der Wüste

Marketing-Frau Kora Krines kam für ein Praktikum, verliebte sich in die Natur in Kalifornien und die Menschen in Amerika. Stück für Stück hat sich die junge BWL-Studentin mit der kalifornischen Millionenmetropole angefreundet – und sich sogar mit dem Verkehr arrangiert.

HB. Am Anfang war es wie im Traum: Malibu, Pacific Coast Highway, Strand, Surfen und Meer. Kora Krines, damals noch BWL-Studentin an der Fachhochschule Heilbronn, hatte das große Los gezogen: „Ich wollte unbedingt ein Praktikumssemester in den USA machen, schickte sehr viele Bewerbungen und fand dann schließlich eine Stelle für sechs Monate bei Maui & Sons, einer Surf- und Lifestylemarke.“ Aus dem Praktikum wurde ein Job-Angebot, dann ein halbes Leben: „Ich war damals 24, dachte zwei Jahre L.A. wären eine tolle Erfahrung – das ist jetzt über elf Jahre her.“

Nach sechs Jahren Sport und Mode wechselte die Marketing-Frau zum deutschen Taschen-Verlag. „Seit fast sechs Jahren bin ich Verkaufsleiterin für Nordamerika“, sagt Krines, „und obwohl eigentlich New York die amerikanische Verlagshochburg ist, hat sich Taschen für L.A. entschieden.“ Aber eigentlich ist es wohl auch egal: „Ich reise permanent durch die USA und Kanada – und nur noch zwei Mal im Jahr nach Deutschland – „zu Meetings und zur Frankfurter Buchmesse. Man ist schon überrascht, wie schnell man seine Muttersprache verliert.“

„Ich habe mich in Los Angeles verliebt, weil ich die Natur liebe. Im Sommer gehe ich so oft ich kann an den Strand, im Winter gibt es in den Bergen sogar Schnee. Und am Wochenende ist die Wüste ein magischer Platz zum Campen.“ Trotzdem: „Los Angeles ist nicht die Stadt, die man auf Anhieb liebt – vor allem weil es kein Zentrum gibt, wie bei europäischen Städten oder in New York.“

So ist die Vier-Millionen-Einwohner-Metropole eine Stadt der Highways und Autoschneisen. „Am Frustrierendsten in Los Angeles empfinde ich noch immer den Verkehr. Ich habe das für mich gelöst, indem ich näher an meinen Arbeitsplatz gezogen bin. Mit dem Auto benötige ich jetzt nur 25 Minuten bis ins Büro, was wenig ist. Es gab Zeiten in meinem Leben in Los Angeles, in denen ich bis zu zwei Stunden jeden Tag für eine einfache Strecke zur Arbeit im Auto saß.“

„Die Stadt und all die dazu gehörenden Orte ergeben zusammen einen riesigen Pfannkuchen an Häusern, bewohnt von Millionen von Menschen verschiedener Herkunft“, sagt Krines. „Aber genau das ist es , was Los Angeles so interessant macht."

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