Ortswechsel
Leben und Arbeiten in Djakarta

Die Hauptstadt des größten muslimischen Landes der Welt ist chaotisch. Aber die Menschen der Mega-Metropole sind trotzdem immer freundlich. Zwei deutsche Auswanderer geben Einblicke in das Privat- und Geschäftsleben von Djakarta.

Chaotischer Verkehr in den Tropen.

Jochen Sautter, 40, kam mitten in der Asienkrise. Das deutsch- indonesische Business Center für Mittelständler hat er trotzdem erfolgreich aufgebaut.

Wenn Jochen Sautter seine Gäste durch das moderne, achteinhalbstöckige German Center im Süden der indonesischen Hauptstadt Jakarta führt, glänzt trotz aller professionellen Zurückhaltung der Stolz in seinen Augen. „Als ich 1996 zum ersten Mal hierher kam, gab es noch nicht mal eine durchgehende Straße zum Flughafen. Beim Baubeginn des German Center ein Jahr später steckte Indonesien mitten in der Asienkrise. In solchen Zeiten ein deutsch-indonesisches Businesscenter für mittelständische Betriebe aufzubauen, war eine große Herausforderung“, erzählt der 40-jährige Diplomkaufmann aus Pfullingen bei Stuttgart.

Sautter musste erst einmal im Atlas nachsehen, wo Indonesien liegt, als ihm die baden-württembergische Landesbank anbot, als Projektmanager nach Djakarta zu gehen. Vor allem das tropisch-schwüle Klima und der chaotische Verkehr in der 12-Millionen-Metropole setzten ihm anfangs zu. Doch der Lateinamerika-Experte lernte schnell, sich in dem südostasiatischen Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt zurecht zu finden. „Die nützlichste Einführung bekam ich von einem indonesischen Anwalt, mit dem ich bis heute gut befreundet bin: Er gab mir Fahrunterricht im hiesigen Verkehr und erklärte mir, wie man zwischenmenschliche Probleme auf Indonesisch löst.“ Heute parliert der sprachgewandte Schwabe mit einheimischen Geschäftsleuten auf Bahasa Indonesia, kennt sich mit den lokalen Essgewohnheiten aus und ist seit 2002 mit einer Indonesierin verheiratet. „Das Businessumfeld hier ist sehr spannend. Man kann auf vielfältige Weise Erfolg haben, wenn man nur geduldig und flexibel bleibt“, erklärt der heutige President Director des German Centers, das auf seinen knapp 25000 Quadratmeter Fläche momentan gut ausgelastet ist.

Weniger schön findet der Katzen- und Orchideenfan die verschmutzte Umgebung in der Megacity. „Ich vermisse, dass ich hier in Parks spazieren gehen kann. Daher habe ich angefangen Golf zu spielen – im Großraum Djakarta gibt es zwar kaum Parks, dafür aber 40 Golfplätze. Und das tropische Grün ist einfach toll.“

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