Ortswechsel
Leben und Arbeiten in Manila

Beruflich kämpft die promovierte Ökonomin Claudia Büntjen gegen die Armut in Asien. Privat entdeckte sie, dass man auch Mutter und berufstätig sein kann. Der Zahntechniker Ralf Kamb kam wegen der Temperaturen und fand eine neue Heimat. Als selbstständiger Unternehmer produziert er für den deutschen Markt. Das Leben in der Zwölf-Millionen-Megastadt.

Selbstentdeckung als Mutter

Claudia Büntjen erkennt man schon von weitem: Einen Kopf größer als ihre asiatischen Kollegen, blonde Kurzhaarfrisur, so strebt sie flotten Schrittes durch die Lobby der Asian Development Bank (ADB) in Manila. Seit acht Jahren setzt sich die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin bei der internationalen Entwicklungsbank für Armutsbekämpfung ein. In Asien eine Sysiphusarbeit, wie die 43-Jährige sagt. Bestes Beispiel sei ihr Gastgeberland: „Diese hausgemachte Korruption und der Feudalismus hier, das nervt mich ungemein.“

Das Leben in der Zwölf-Millionen-Megastadt, über das viele Ex-Pats klagen, nimmt Claudia Büntjen indes locker. Die gängigen Beschwerden über Luftverschmutzung und Verkehrschaos kontert sie cool: „In Deutschland steht man im Berufsverkehr auch im Stau und die Luftqualität in Manila ist besser geworden, seit viele Taxis mit Gas fahren.“ An den Philippinen schätzt sie, dass Frauen „im Job respektiert werden“ – und dass sich Karriere und Kinder nicht ausschließen. „Mir ist erst in Manila klar geworden, dass ich Kinder haben könnte. Hier gibt es keine Rabenmutterdiskussion“, sagt sie. Es sei ganz selbstverständlich, dass Mütter arbeiten und „Yayas“ den Nachwuchs betreuen. Auch Claudia Büntjen hat ein solches Kindermädchen angeheuert, das zugleich im Haushalt hilft. In der ADB läuft für Deutsche nicht immer alles reibungslos: „Dass wir so direkt sind, gilt in Asien als Riesendummheit.“ Und einheimische Bürokräfte seien „superempfindlich, und sie nehmen nichts an.“ Dennoch mag die 43-Jährige ihren Job, zumal sie als eine der ersten Frauen durchsetzen konnte, ihre Tochter mit auf Dienstreisen zu nehmen. „Cora kennt Peking besser als ich“, freut sich die Alleinerziehende. „Reisen tun wir unheimlich gern.“

In Manila mag sie noch eine Weile bleiben, die Rückkehr nach Deutschland oder Europa stehe erst in einigen Jahren an. „Ich vermisse zwar manchmal Konzertbesuche, Spaziergänge an der frischen Luft oder deutsches Brot – aber ein relaxtes Wochenende am Pool genieße ich auch sehr.“ Und wenn das nicht reicht, planen Mutter und Tochter die nächste gemeinsame Reise.

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