Ortswechsel
Leben und arbeiten in Melbourne I

Die australische Millionenstadt Melbourne ist die europäischste Metropole in Down Under. Eine besondere Mischung aus relaxed und stylish. Hier arbeitet Steffen Sauerbrunn als Inhouse-Consultant. Für ihn bietet die Stadt genau den richtigen Mix aus europäischer und australischer Lebensart - selbst im seriösen Bankgewerbe.

Es gab dieses Australien-Foto im Englischbuch. Ein Cowboy war darauf zu sehen, der auf einem Motorrad eine Rinderherde zusammentreibt. Noch heute ist Steffen Sauerbrunn fasziniert von der Vorstellung in einem Land zu leben, dessen schiere Größe jede Dimension sprengt. So viel Weite, so viel Natur, so anders als Europa.

Und doch wählte der 28-Jährige Deutsche, der als interner Berater bei der australischen ANZ Bank arbeitet, Melbourne als Lebensmittelpunkt – die wohl europäischste Großstadt in Down Under. Der bereits 1830 als Bank of Australasia begründete Finanzkonzern ist eines der größten Unternehmen Australiens. Und in Sauerbrunns Augen bietet die 3,7-Millionen-Metropole Melbourne, der Hauptsitz der ANZ Bank, genau den richtigen Mix: „Locker und multikulturell, nicht so schickimicki wie Sydney und nicht so verschlafen wie Perth.“

Schon im Jahr 2000, während des Internationalen BWL-Studiums an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel, verbrachte der Deutsche drei Monate als Praktikant bei Bosch in Melbourne – und war begeistert von den verwinkelten Gassen, den rumpelnden Straßenbahnen und schummrigen Cafés.

„Damals redeten alle nur von Sydney und den Olympischen Spielen", sagt Sauerbrunn, der zum Auslandssemester noch einmal nach Sydney ging und anschließend zwei Jahre im Westküstenort Perth als Unternehmensberater arbeitete. Das weltoffene, liberale Melbourne aber hatte es ihm angetan. „Es gibt keine Sperrstunde. Hier findet man selbst nachts um drei noch irgendwo eine Kellerbar mit Berlin-Flair, die Hefeweizen verkauft“, schwärmt der Berater.

Und doch tickt Melbourne durch und durch australisch. Selbst im seriösen Bankensektor wird der Chef geduzt, läuten Mitarbeiter am Freitagmittag die „Beer o'clock" ein und trinken auf den Wochenausklang. Die Klimaanlage im Büro ist zu kalt, und wie so oft in Australien nehmen es Kollegen mit der Pünktlichkeit nicht immer genau. Und wenn Sauerbrunn die Sorgenfrei-Mentalität der Australier richtig nervt, dann fährt er raus aus der Stadt, wo keine Menschen sind, nur endlos lange Highways, rotstaubige Steppe und ab und zu ein Cowboy auf einem Motorrad.

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