Ortswechsel
Leben und arbeiten in Melbourne II

Die australische Millionenstadt Melbourne ist die europäischste Metropole in Down Under. Eine besondere Mischung aus relaxed und stylish. Hier sattelt Betriebswirt Frank Lattuch einen MBA-Abschluss auf. Er glaubt: Wer in der Einwanderermetropole nicht zurecht kommt, macht etwas falsch.

Im Nachhinein muss er selbst darüber schmunzeln: Kaum gelandet, kaufte sich MBA-Student Frank Lattuch ein Rad. Das Normalste der Welt – in einer Universitätsstadt wie Münster. In Melbourne aber merkte der 27-Jährige schnell: „Ich bin der einzige, der hier Fahrrad fährt.“ Lattuch stört es nicht. Auf dem Weg zur La Trobe University, einer Universitätsneugründung aus den 60er Jahren, die heute zu den besten des Landes gehört, springen Kängurus im Park, krächzen Kakadus, zirpen Zikaden.

Dennoch, fand Lattuch bald heraus, widersetzt sich Melbourne den gängigen Australien-Klischees: Es ist oft kalt. Am Strand gibt es weder Wellen noch Surfer. Und Shorts- und Schlappen-Träger fallen unangenehm auf. „Melbourne ist die Style- und Fashion-Metropole. Man kauft Klamotten nicht von der Stange und sieht die verrücktesten Typen.“

Auch in Kunst, Kultur und Musik spielt die Metropole eine Sonderrolle. Von hier kommen die Trends. Hier finden die Australian Open statt. „Und hier gibt es das beste Studentenleben“, sagt Lattuch.

Als „Tapetenwechsel“ hatte der Betriebswirt seinen Down-Under-MBA vor einem Jahr geplant. Für Melbourne entschied er sich wegen der La Trobe University, die „genau das richtige Programm“ angeboten und zudem relativ geringe Gebühren verlangt habe. Für das dreisemestrige MBA-Programm an der Graduate School of Management der La Trobe University bezahlt Lattuch umgerechnet nur rund 20 000 Euro an Studiengebühren.

Überraschend einfach mache es die 26 000-Studenten-Uni ihm und seinen rund 3 500 ausländischen Kommilitonen, sich zu integrieren – Realität in der Einwanderermetropole Melbourne. „Wer in so einer aufgeschlossenen Gesellschaft nicht zurechtkommt, macht etwas falsch“, sagt Lattuch, den Professoren ganz selbstverständlich mit Namen ansprechen.

Oft aber sei er „Frank, der Deutsche", der perfekt organisieren und grandios analytisch denken könne, erzählt er und verdreht die Augen. „Viele glauben, wir Deutschen hätten da eine Kernkompetenz“, sagt Lattuch. „Das ist dann gleichzeitig Privileg und Verpflichtung.“

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