Ortswechsel
Leben und arbeiten in Ningbo

Im traditionsreichen chinesischen Handelszentrum laufen die Warenströme aus Ostchina zusammen. Da dürfen auch Deutsche nicht fehlen. Der promovierte Bauingenieur Thorsten Keiter prüft chinesische Produkte. Michael Mäder baut sich in China als Personalberater eine eigene Existenz auf. Zwei Erfahrungsberichte

Deutsche Normen

Auch der TÜV Rheinland trägt zum chinesischen Exporterfolg bei. Ob Wasserkocher, Waffelautomaten oder Bohrmaschinen, Akkuzellen, Lampen oder Bürogeräte - seit 2004 prüfen deutsche Sachverständige im ostchinesischen Handelszentrum Ningbo Exportwaren. "In Krisenzeiten profitieren chinesische Hersteller, die rechtzeitig auf Qualität gesetzt haben", sagt Thorsten Keiter, stellvertretender Leiter des TÜV Rheinland in Ningbo. "Unternehmen, die wir langfristig betreuen, existieren weiter - Qualität zahlt sich im Exportgeschäft aus." Zwei deutsche Vertreter und 60 lokale Mitarbeiter decken vor Ort die ganze Palette von Zertifizierung bis Qualitätssicherung und -überwachung ab.

China bedeutete vor allem Abenteuer, als sich der promovierte Qualitätsprüfer 2006 zunächst für die Landesgewerbeanstalt Bayern in Schanghai entschied. "Ich habe damals neue Perspektiven gesucht." Nach dem ersten Jahr in China kam das Angebot, als stellvertretender Leiter in die TÜV-Rheinland-Niederlassung nach Ningbo zu wechseln. "Die Entscheidung fiel nicht schwer, obgleich es bedeutete, aus der Großstadt wegzuziehen", sagt der 36-Jährige. "Sicher macht es sich im Lebenslauf gut, dass man längerfristig im Ausland einspringen kann. Für mich ist der Karrierefaktor aber im Moment nicht so entscheidend, denn ich möchte sowieso noch länger in China bleiben."

Touristen kommen in der Regel nicht weiter als bis in die alte Kaiserstadt Hangzhou nördlich von Ningbo und lassen die Nummer zwei in der Provinz Zhejiang links liegen. Und mehr als ein paar Dutzend Deutsche sind hier nicht zu finden. " Langweilig wird es deshalb noch lange nicht", sagt Keiter, "dafür sorgen schon die vielen anderen europäischen Firmenvertreter, denn das traditionelle Handelszentrum ist heute ein wichtiger Produktionsstandort für ausländische Unternehmen."

Treffpunkt ist nicht selten das "Laowaitan" - ein auf alt getrimmtes Restaurant- und Barviertel, in dem auch viele Ausländer wohnen. Am Wochenende geht es dann gemeinsam an die See oder in die Berge - selbst Wildwasser-Rafting wird angeboten, wenn auch nur in der entschärften Touristenvariante. "Am sinnvollsten ist es, sich gleich zu Anfang die verschiedenen Communitys anzusehen, um Anschluss zu finden", rät Keiter.

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