Ortswechsel
Parken neben Pamela Anderson

Leben und arbeiten in Los Angeles. Medienunternehmer Randolf Hillebrand managt von Los Angeles aus Medienprojekte in Deutschland und den USA. Hillebrand schätzt das innovative Klima der Medienszene und die Möglichkeiten, die sich aus Wandel und Fortschritt ergeben. An die vielen internationalen Stars hat er sich längst gewöhnt.

Am Anfang war der Frust. Frust über die deutschen Verlage, die nach dem Platzen der Internetblase 2001 so gut wie gar nichts mehr in das neue Medium investieren. Randolf Hillebrand, Gründer und Geschäftsführer der Kölner Internetagentur Brandbüro, will das nicht länger hinnehmen und zieht 2005 nach Los Angeles. Dort, wo San Francisco und das Silicon Valley nicht weit sind, ist die Medienszene noch innovativ. Dort entstehen die Trends. Dort will der 35-Jährige neue Ideen für seine Kunden entwickeln. Regelmäßig besucht er Internetmessen, liest Trendnewsletter und geht zu Podiumsdiskussionen, „um die Movers and Shakers zu treffen“.

Hillebrand lernt die Szene schätzen: „Amerikaner begeistern sich schnell für Ideen und unterstützen neue Projekte mit aller Kraft.“ Ausgetauscht werden die Ideen meist Abends, beim Barbecue und auf Partys, immer nach dem gleichen Schema: „Man wird immer weiter gereicht, bis man jemanden gefunden hat, mit dem man ins Geschäft kommen könnte“, erzählt Hillebrand.

Seine Kölner Agentur leitet der 35-Jährige von Amerika aus, widmet sich aber auch anderen Projekten. So hat er mit einem US-Kollegen eine Internet-Tauschbörse für Bücher gegründet und vor ein paar Monaten die ersten amerikanischen Kunden gewonnen. „Wandel und Fortschritt werden hier als Chance und überhaupt nicht als Bedrohung gesehen“, sagt er. Auch wenn das berufliche Klima besser ist als in Deutschland – bei familiären Angelegenheiten kommen dagegen öfters mal ungeahnte Schwierigkeiten auf: „Für den Kindergartenplatz meiner Tochter mussten wir uns bewerben und zum persönlichen Gespräch erscheinen.“ Hinzu kommt, dass die Eltern die Gebühr von 1 000 Dollar im Monat für ein Jahr im Voraus zahlen müssen, wenn sie einen der begehrten Plätze für ihr Kind haben wollen. „Daran“, so Hillebrand, „mussten wir uns erst einmal gewöhnen.“

Völlig normal ist es dagegen geworden, im Alltag Prominenten zu begegnen: Im Kino neben Danny DeVito zu stehen und an der Strandpromenade neben Pamela Anderson zu parken, gehört einfach zum Leben in Los Angeles dazu – genauso wie die kalorienarmen Gerichte, die in den meisten Restaurants auf der Speisekarte stehen. Ab und zu zieht es Hillebrand deshalb in ein österreichisches Lokal zum Schnitzelessen.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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