Partnerwahl bei Goldman Sachs
Wer darf in den Club?

Im Juni haben Spitzenmanager von Goldman Sachs begonnen, Kandidatenlisten für die Aufnahme in einen der exklusivsten Clubs an der Wall Street zu erstellen. Wer wird sich in diesem Jahr zu den etwa 300 Partnern der Investmentbank gesellen dürfen, die einen großen Batzen der Firmengewinne mit nach Hause nehmen?

NEW YORK. Im Verlauf dieses geheimen Auswahlritus bei Goldman Sachs werden die Aspiranten in drei Kategorien unterteilt und mit "A", "B" und "C" benotet. Wer sich ein "C" einfängt, gilt als Wackelkandidat. "Ich versichere Ihnen, dass jeder, der in diesem Prozess mit einem "B" oder "C" abschneidet, zum ersten Mal in seinem Leben mit einer solchen Bewertung konfrontiert wird", sagt Gary Cohn, Co-Präsident von Goldman, der das Ausleseverfahren überwacht.

Es ist eine der lukrativsten und geheimsten Wetten der Geschäftswelt: Die Auswahl der elitären "Partner Managing Directors" oder PMDs von Goldman Sachs. Sie reicht bis zu den Wurzeln von Goldman als "Private Partnership" - nicht börsennotierte Gesellschaft - zurück, also bis in jene Tage, als alle großen Unternehmen der Wall Street auf diese Art und Weise geführt worden waren. Goldman ist zwar 1999 an die Börse gegangen. Aber die Bank bemüht sich, die einstige Club-Tradition aufrecht zu erhalten, und so werden alle zwei Jahre etwa hundert PMDs gekrönt. Berufen zu werden, gilt als Freifahrtschein zu ungeheuren Reichtümern.

"An der Wall Street bedeutet dieser Club das Finale. Er ist das beste Mittel, das ein Unternehmen zur Motivierung seiner Mitarbeiter einsetzen kann, das ich kenne", sagt Glenn Schorr, ein Analyst, der Goldman für die UBS beobachtet.

Am 25. Oktober wird Goldman den neuen Jahrgang der Partner öffentlich vorstellen. Sie rücken dann zu den 287 Managern auf, die den Titel schon errungen haben. Im vergangenen Jahr teilte diese Gruppe mehr als zwei Milliarden Dollar unter sich auf. Das entspricht etwa 20 Prozent der Gesamtvergütung, die Goldman seinen über 25 000 Mitarbeitern weltweit gezahlt hat, verlautete aus Unternehmenskreisen. Auf jeden Partner entfielen damit durchschnittlich rund sieben Millionen Dollar. Zum Vergleich: Der Bankgewinn lag im dritten Quartal 2006 bei 1,6 Mrd. Dollar.

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