Personal gesucht
Wieder Goldgräberstimmung in IT-Branche

In der Informationstechnik geht es wieder aufwärts. Für die einstige Konjunkturlokomotive sind die mageren Jahre endlich vorbei. Laut Branchenverband Bitkom zog die Nachfrage nach Software und Services deutlich über zwei Prozent an - IT-Fachkräfte sind dementsprechend gesucht und sahnen kräftige Gehaltssteigerungen ab.

MÜNCHEN. Jedes zweite Unternehmen der Branche will mehr Fachkräfte einstellen als geplant. Einer DGB-Studie konnten alle IT-Beschäftigten im Schnitt 7,5 Prozent mehr verdienen, die Einkommen von Software-Entwicklern hätten sogar um etwa neun Prozent zugelegt.

Wer sich um die Jahrtausendwende entschied, Informatik zu studieren, traf die richtige Wahl: Hochschulabsolventen sind inzwischen wieder heiß begehrt. War der Bedarf an Spezialisten für Bits und Bytes zuletzt auf ein Mindestmaß geschrumpft, zählen IT-Spezialisten auf den Personalmärkten wieder zu den Gewinnern. Für sie stieg die Zahl der offenen Positionen nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit über 20 Prozent an.

Zu verdanken ist die erfreuliche Entwicklung der anziehenden Konjunktur. Nachdem die Wirtschaft Ende der Neunziger Jahre großen Aufwand betrieben hatte, um ihre Systeme vor der angeblich drohenden Jahr-2000-Gefahr zu schützen und auf die neue Währung umzustellen, stehen heute grundsätzliche Technologiewechsel an. In die Jahre gekommene Hardware wird von schnellen Rechnern ersetzt, und eigens entwickelte Softwareprogramme müssen Standardlösungen wie SAP weichen. Interne wie firmenübergreifende Geschäftsprozesse werden zunehmend aufs Internet übertragen.





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Vom Nachfrageschub profitieren zunächst die Branchengiganten. Allein Microsoft will seine deutsche Belegschaft von rund 2 000 Mitarbeitern im laufenden Jahr um 20 Prozent aufstocken. Die eigentliche Jobmaschine indes sind kleinere Software- und Beratungshäuser, die laut Bitkom den Personalabbau in Technikkonzernen kompensieren. Ein Beispiel ist die Itemis GmbH & Co. KG in Lünen. Das IT-Beratungshaus hat eine Methode gefunden, um Software für große Firmen viel schneller als bisher zu entwickeln. Die Nachfrage zieht deshalb stark an. „Wer fachlich fit ist und unternehmerisch denkt“, so Geschäftsführer Jens Wagener, „kann ein attraktives Gehalt in sechsstelliger Höhe verdienen.“

Freilich haben sich die Ansprüche an die Bewerber entscheidend geändert: Wurden Informatiker bisher vor allem für programmiertechnische Aufgaben herangezogen, müssen sie nun Konzepte erstellen, Projekte leiten und mit Kunden verhandeln. Als Supply Chain Manager ordnen sie komplexe Logistikketten, restrukturieren als SAP-Berater die Finanzbuchhaltung oder steuern als Change Manager die Auslagerung von Rechenzentren. Kurz: Aus Sicht der Unternehmensführung hat IT an Bedeutung zugelegt.

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