Personalführung
Mittagsschläfchen erwünscht

Immer mehr Unternehmen ermutigen Mitarbeiter zum Mittagsschläfchen - und stützen sich damit auf neueste Ergebnisse der Schlafforschung. Gewarnt wird indes vor einem veritablen Schlummerstündchen: Wer zu tief wegsackt, schläft sich sozusagen müde.
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Wenn die Jumbos über den Atlantik fliegen, gleiten nicht nur Fluggäste langsam ins Reich der Träume - auch die Piloten nehmen sich gelegentlich eine Auszeit. Sie schließen keineswegs heimlich die Augen. Auf den Pilotensesseln der Lufthansa wird ganz offiziell „genappt“, wie das Nickerchen neudeutsch genannt wird. Natürlich ist genauestens geregelt, wie die Kapitäne der Lüfte ihren kurzzeitigen Abflug ins Reich der Träume mit ihren Kollegen abstimmen müssen, damit alles an Bord unter Kontrolle bleibt.

Schlafen im Cockpit - was den Eindruck von Nachlässigkeit erwecken mag, ist das genaue Gegenteil: eine strategische Maßnahme, mit der die Leistung gesteigert und die Sicherheit erhöht werden soll. Schließlich sollen Flugkapitäne wach und aufmerksam sein, wenn es drauf ankommt - bei der Landung zum Beispiel.

Auch die Nasa empfiehlt den strategischen Kurzschlaf. Eine Untersuchung bei Piloten hatte ergeben, dass ein Nickerchen die Reaktionsgeschwindigkeit um 16 Prozent erhöht und die Aufmerksamkeitsausfälle um rund ein Drittel vermindert. Eine andere Untersuchung zeigt, dass die Leistungsfähigkeit nach einem Nap um rund 35 Prozent steigt - auch die Fähigkeit, in Entscheidungssituationen richtig zu handeln, wird verbessert.

Was in den Lüften sinnvoll ist, gilt für den Büromenschen am Boden genauso: Ein Schläfchen zwischendurch erhöht Reaktionsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Produktivität, geistige Leistungsfähigkeit - und hebt sogar die Laune. „Diese positiven Effekte sind in zahlreichen Studien nachgewiesen“, sagt der Schlafforscher und Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg, Jürgen Zulley. Manchmal kommt im Schlaf sogar die Lösung eines Problems oder eine gute Idee herbeigeflogen.

Vor einem veritablen Schlummerstündchen warnen Schlafforscher jedoch. Wer zu tief wegsackt, schläft sich sozusagen müde und fühlt sich nach dem Aufwachen erst recht zerschlagen. „10 bis 30 Minuten reichen völlig“, sagt Zulley.

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