Präsident des Bundesarbeitsgerichts Prof. Dr. Hellmut Wißmann in den Ruhestand getreten

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Präsident des Bundesarbeitsgerichts Prof. Dr. Hellmut Wißmann in den Ruhestand getreten

Der Präsident des BAG Prof. Dr. Hellmut Wißmann ist mit Ablauf des 28. ...

Der Präsident des BAG Prof. Dr. Hellmut Wißmann ist mit Ablauf des 28. 2. 2005 wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Prof. Dr. Wißmann wurde im Rahmen einer Feierstunde durch den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Wolfgang Clement verabschiedet.
Hellmut Wißmann wurde am 15. 2. 1940 in Darmstadt geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Frankfurt am Main, Lausanne und Freiburg. Nach dem Assessor-Examen im Januar 1968 und kurzer Mitarbeit in einer Anwaltskanzlei war er bis Mitte März 1972 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Europarecht der Universität Köln mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht tätig. Hier promovierte er mit einer Arbeit zum europäischen Kartellrecht. Anschließend arbeitete er zunächst als Referent, später als Referatsleiter in der arbeitsrechtlichen Abteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung. Dabei war er maßgeblich mit der Vorbereitung wichtiger arbeitsrechtlicher Gesetze, in zunehmenden Maße auch auf EG-Ebene, befasst, so unter anderem für die Bereiche Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Aufsichtsräten, Grundsatzfragen des Arbeitsrechts sowie Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung hat er auch am Vertrag über die Wirtschafts-, Währungs- u. Sozialunion sowie am Einigungsvertrag mitgearbeitet.
Im Juli 1992 wurde Hellmut Wißmann zum Richter am BAG ernannt. Bis zu seinem Wechsel in den Ersten Senat im Februar 1994 war er im Vierten Senat des BAG tätig. Seit 1994 war er daneben Pressesprecher des BAG. Im Juli 1999 wurde Hellmut Wißmann zum Präsidenten des BAG berufen. In dieser Stellung hat er mit Weitblick und sozialem Engagement dazu beigetragen, dass die Rechtsprechung des BAG allgemein anerkannt wird und Arbeitnehmer und Arbeitgeber Vertrauen in die Arbeitsgerichtsbarkeit haben. Es war ihm stets ein Anliegen, das Recht so zu vermitteln, dass es auch dem nicht fachkundigem Bürger verständlich ist. In seiner Amtszeit hat sich das Arbeitsrecht auf vielen Feldern fortentwickelt. Als Vorsitzender des Ersten Senats hatte er daran maßgeblichen Anteil, so in jüngerer Zeit mit Entscheidungen zum Auskunftsanspruch zur Bildung eines Europäischen Betriebsrats, zur Videoüberwachung am Arbeitsplatz, zum Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit und zum Streik um einen Firmentarifvertrag gegen einen verbandsangehörigen Arbeitgeber.
Seit Februar 2001 ist Hellmut Wißmann Honorarprofessor für deutsches und europäisches Arbeitsrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, insbesondere zum Mitbestimmungsrecht, zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Arbeitsrecht und zu europarechtlichen Aspekten des Arbeitsrechts. Er ist Mitherausgeber arbeitsrechtlicher Zeitschriften.
Als Präsident hatte Hellmut Wißmann mit seinem Amtseintritt am 5. 7. 1999 als erste und vordringlichste Aufgabe den Umzug des Gerichts nach Erfurt zu bewältigen. Er ist ihr mit der ihm eigenen Umsicht und Ruhe in hervorragender Weise gerecht geworden. Es ist ihm nicht nur gelungen, den Umzug und den Neubeginn in Erfurt sozialverträglich und reibungslos zu gestalten, er hat durch sein hohes Engagement auch dafür gesorgt, dass das BAG in Erfurt "angekommen" ist. Seit Beginn seiner Amtszeit war es ihm ein besonderes Anliegen, dass das BAG von den Bürgern Erfurts als "offenes Haus" und "Teil der Stadt" wahrgenommen wurde.
Hellmut Wißmann hat in seiner 40-jährigen Dienstzeit in vielen Funktionen Verantwortung übernommen und einen hervorragenden Beitrag dazu geleistet, Gerechtigkeit im Arbeitsleben zu schaffen und unseren Sozialstaat im Bewusstsein der Bürger zu verankern (Quelle: Pressemitt. des BAG).

Quelle: DER BETRIEB, 02.03.2005

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