Private-Equity-Branche
Die Türöffner

Wer als Absolvent in die Private-Equity-Branche einsteigen will, hat schlechte Karten – zu Unrecht, finden drei Studenten. Die Wirtschaftsstudenten der London School of Economics (LSE) haben ein ehrgeiziegs Ziel: Sie bringen hochkarätige Manager der Branche mit jungen Talenten zusammen.

HB. Vor ein paar Monaten war es nur eine Idee auf dem Papier. Doch jetzt wirken Manuel Stotz, Jan Bucher und Dev Sangani selbst überrascht, was sie da auf die Beine gestellt haben: Die Studenten der London School of Economics (LSE) haben zum zweiten Mal Europas größte Konferenz für Alternative Investments organisiert, bei der Studenten aus aller Welt Anfang der Woche auf die Größen der Hedge-Fonds- und Private-Equity-Szene trafen. 50 Referenten haben sie in die noblen Veranstaltungsräume „The New Connaught Rooms“ im Londoner Covent Garden geholt, darunter den Begründer der Private-Equity-Industrie in Europa, Sir Ronald Cohen, Goldman-Sachs-Deutschland-Chef Alexander Dibelius und Lord Clive Hollick, Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR).

„Talent bedeutet enorm viel in diesem Business“, erklärt Stotz das Interesse der Unternehmen und sinkt noch ein wenig tiefer in den großen Ohrensessel in der prunkvollen Eingangshalle. Die Konferenz sieht der 23-Jährige als eine Plattform für beide Seiten. „Eine einzige Person kann einen riesigen Unterschied machen“, sagt der gebürtige Freiburger. Allerdings ist es für Berufseinsteiger schwer, in die Branche reinzukommen. Das weiß Stotz aus eigener Erfahrung: Er war der Erste, der jemals bei Blackstone in London ein Praktikum machen durfte.

Das – so das Ziel der ehrgeizigen Wirtschaftsstudenten – soll in Zukunft leichter werden. Aus den knapp 800 Bewerbungen wurden 350 Studenten ausgewählt. Von allen renommierten Universitäten und Business Schools sind Vertreter dabei, zum Beispiel aus Harvard, Cambridge und Yale. In Workshops diskutieren Studenten und Manager miteinander, „evening receptions“ und private Sponsoren-Dinner bieten Gelegenheit für lockeres Netzwerken.

70 000 Pfund an Sponsoren-Geldern haben Stotz, Bucher und Sangani gesammelt. Allein 50 000 Pfund kostet der Veranstaltungsort. Doch die Geldgeber waren vom Programm schnell überzeugt. „Als wir die Namen gesehen haben, waren wir schon überrascht. Sie haben alle großen Firmen, die besten Referenten“, staunt eine Sponsorin. Die Referenten sind so wichtig, dass sie durch Seitentüren in die „Grand Hall“ ein- und rausgelassen werden, um einen Ansturm der Teilnehmer zu verhindern.

Stotz hat das Programm zusammengestellt und einen Großteil der Redner und Sponsoren an Land gezogen. Die Idee zur AIC-Konferenz kam ihm im Sommer 2006. Stotz hatte den Europa-Chef von KKR, Johannes Huth, als Referenten für interessierte LSE-Studenten gewonnen und spontan entschieden, ihn als Zugpferd für eine ganze Konferenz zu nutzen. Der schlaksige Student redet schnell, als könnten die Wörter nicht mithalten mit dem Tempo seiner Gedanken: „Du hast ein, zwei große Leute, dann kriegst du mehr Redner, dann eine Menge Redner, dann eine Menge Studenten und dann eine Menge Sponsoren.“

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