Rauchverbot
Nachsitzen für Qualmer

Wer in der Firma raucht, muss länger arbeiten. Diskriminierung? Nein – schlicht ein Gebot der Fairness. Denn weder will der Chef auf die bezahlte Arbeitszeit verzichten. Noch wollen die Nichtraucher-Kollegen dauernd für die Qualmer einspringen. Die Schonzeit ist vorbei.

„Wenn ständig Telefonate für kettenrauchende Kollegen zu übernehmen sind, weil die mal wieder Zigarettenpause machen, gibt das leicht böses Blut“, warnt Heide Franken, Deutschland-Chefin des Personaldienstleisters Randstad. Stehen die Raucher dann noch in Sichtweite nichtstuend und tratschend zusammen, dann kochen bei den Nichtrauchern die Neidgefühle über. Rauchen ist Gift fürs Betriebsklima.

Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland steuert bereits gegen, zeigt eine Exklusiv-Umfrage von Randstad und Handelsblatt unter 304 Personalentscheidern. Bei 21 Prozent der Arbeitgeber müssen Raucher für ihre Zigarettenpausen ausstempeln und diese Zeit nacharbeiten.

Zum Beispiel bei Rheinenergie in Köln: „Wir haben das ganze Unternehmen samt Dienstfahrzeugen zur rauchfreien Zone erklärt“, heißt es bei dem Versorger. Als kleine Konzession gibt es für die 600 Mitarbeiter im Hauptgebäude lediglich im Erdgeschoss einen Raucherraum – auch für die aus dem vierten Stockwerk. Und wer den aufsuchen will, muss ausstempeln. „Wir kontrollieren das auch stichprobenartig. Und die Raucher akzeptieren das“, betont Unternehmenssprecher Christoph Preuß. Denn wer bei Rheinenergie Frühstückspause macht oder kurz mal einkaufen geht, muss sich schließlich ebenfalls abmelden und nacharbeiten, vergleicht er.





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Auch bei der Berliner Großdruckerei Laserline muss jeder, der rauchen will, ausstempeln – und dazu noch vor die Firmentür treten. „Bei dem harten Wettbewerb heute kann sich kein Unternehmen leisten, dass Raucher Tag für Tag wertvolle Arbeitszeit verschwenden“, argumentiert Firmenchef Tomislav Bucec.

Hinzu kommt: „In den großen Unternehmen sind die Raucher-Eldorados oft stramme Fußmärsche bis zu 15 Minuten entfernt von den Büros. Manch einer ist stundenlang unterwegs“, erzählt Rechtsanwalt Jan-Tibor Lelley von der Kanzlei Buse.

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