Rechtsabteilungen von Unternehmen
Neue Liebe zu den eigenen Juristen

Wer als Jurist nicht in eine Großkanzlei einsteigt, kann auch in Rechtsabteilungen großer Unternehmen gut verdienen. Zwar können die Gehälter der Konzernjuristen nicht mit den Salären der Partner großer Sozietäten mithalten. Aber die Syndikjuristen werden inzwischen auch ganz ordentlich entlohnt.

„Sie können nicht mit den Top-Verdienern in den Top-Kanzleien mithalten, aber sie verdienen viel, viel mehr als das Gros der Rechtsanwälte und sind in der Hierarchie der Unternehmen finanziell im oberen Drittel angesiedelt“, fasst Tim Böger, Chef der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt, die die Gehälter von 851 Konzernjuristen verglich, zusammen.

Im Schnitt bekommt ein Konzernjurist 67 000 Euro, mancher Kanzlei-Partner aber sechsstellige Jahresbeträge. Bei weiblichen Juristen sind es noch einmal 10 000 Euro weniger. Von Gleichberechtigung kann auch in diesem Berufszweig keine Rede sein. Dafür bietet die Position als Syndikus immer mehr Perspektiven, denn die Arbeit wird immer abwechslungsreicher. Kein Syndikus muss mehr befürchten, in irgendeiner dunklen Stube Jahr ums Jahr sich allein mit trockenem Vertragsrecht beschäftigen zu müssen und erst kurz vor der Unterzeichnung eines Deals zu Rate gezogen zu werden. „Früher galten in vielen Firmen die eigenen Juristen als Leute, die nur Scherereien machen, weil sie einem sagen, was man alles nicht darf“, berichtet Ulrich Tödtmann, Vorstand der MVV Verkehr AG in Mannheim. „Heute denkt fast keiner mehr so.“

Die Syndizi von heute mischen sich ein. „Wir sehen die Juristen als Rechtsmanager“, sagt Jürgen Reul, der bei der BMW Group als Leiter der Hauptabteilung Rechtsangelegenheiten für Auslands- und Gesellschaftsrecht verantwortlich ist. „Wir erwarten, dass wir früh in die Projekte einbezogen werden und sie gemeinsam mit den Fachabteilungen abarbeiten.“

Die Hausjuristen sind nicht nur bei BMW eine Mischung aus Verhandlungsexperten, Fusionsmanagern und Rechtsratgeber. Die meisten Firmen haben erkannt, dass es sich auszahlt, schon in frühen Projektphasen oder bei der ersten Konzeption einer Übernahme oder eines Unternehmensumbaus die Syndizi einzuschalten und ihr Know-how abzufragen. „Es gibt mehr Kommunikation im Vorfeld von Transaktionen“, beobachtet Tödtmann. „Man steigt nicht beim allerersten Brainstorming ein, aber sobald das Grobkonzept für ein Vorhaben steht, erfolgt eigentlich immer ein Anruf bei den Rechtsfachleuten.“

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