Rechtsstreit in London
Zuviel Stress - Händlerin klagte gegen Commerzbank

Helen McNallen galt als hochkarätige Investment-Bankerin - bis sie depressiv wurde.

LONDON. Wer als Händler im Londoner Investment-Banking arbeitet, steht unter Stress – selbst wenn der Arbeitgeber Commerzbank heißt und eher einem Goldfisch ähnelt, der sich in einem Haifischbecken verirrt hat. Einige Banker können mit dem Stress nicht umgehen und kehren der City den Rücken, andere werden gefeuert. Helen McNallen verklagte ihren Arbeitgeber.

Die heute 36-Jährige arbeitete über anderthalb Jahre bei der Commerzbank. Sie war im August 1998 von Goldman Sachs gewechselt und galt als Hochkaräter. Jeden Werktag um halb sechs ging sie aus dem Haus, jeden Abend zwischen acht und zehn Uhr kam sie zurück. Dazwischen lagen die Hektik und Anspannung eines 12-Stunden-Arbeitstages einer erfahrenen Händlerin für europäische Aktien. Als Lohn erhielt McNallen mit ihrem Bonus bis zu 200 000 Pfund im Jahr. Irgendwann merkte sie aber, dass sie ihr immenses Arbeitspensum nicht mehr schaffte. Sie wurde depressiv, ließ sich stationär in einer Klinik behandeln. Das Kernproblem änderte sich freilich nicht, weil sich auch ihr Beruf nicht änderte. Im Februar 1999 warnte ihrer Aussage zufolge ihr Mann die Commerzbank vor einem Nervenzusammenbruch seiner Frau. Die Bank hat dies bestritten.

Am 3. Januar 2000, drei Tage nach dem damals gefürchteten Jahrtausend- Wechsel, ging es wieder einmal nicht mehr. Gegen Mittag verließ McNallen nach einem Argument mit ihren Kollegen den Arbeitsplatz, an dem sie sich bis dahin mit italienischen Papieren beschäftigt hatte. Diese hatten bis dato eine freundliche Entwicklung gezeigt. Kaum war sie gegangen, kollabierte der Markt.

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