Recruiting
Wie Firmen den Nachwuchs binden

Früher haben Praktikanten Post sortiert, heute werden sie mit anspruchsvollen Projekten betraut. Immer mehr Arbeitgeber finanzieren Netzwerke und Programme für Ex-Praktikanten. Das Praktikum als gute Gelegenheit, den potenziellen Nachwuchs kennen zu lernen und an die Firma zu binden.

DÜSSELDORF HB. Kopieren, das Archiv auf Vordermann bringen oder die Post sortieren - vor fünfzehn, zwanzig Jahren waren Praktikanten nicht nur eine eher seltene Spezies in Unternehmen, sie wurden oft auch mit unattraktiven Tätigkeiten beschäftigt. Etliche Jahre und einen War of Talents später, leisten sich Firmen eigene Rekruitingstäbe und-veranstaltungen für Praktikanten, und betrauen die Studierenden mit anspruchsvollen Projekten.

Ein Praktikum zählt für Unternehmen mittlerweile zu einer der wichtigsten Gelegenheiten, den potenziellen Nachwuchs kennen zu lernen und sich selbst als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Da ist es nur folgerichtig, dass immer mehr Firmen einige Mühen unternehmen, um die Verbindung auch nach dem Ende des Praktikums nicht abreißen zu lassen.

So setzen unter 130 Unternehmen 83 Prozent der Firmen auf eine systematische Beziehungspflege. Dabei hat das Gros allerdings nicht die breite Masse im Auge: Nur drei Prozent der kontaktfreudigen Firmen halten zu allen Ehemaligen den Draht. 87 Prozent konzentrieren ihre Energie auf die interessantesten Kandidaten. Gut jedes vierte Unternehmen leistet sich dafür ein eigenes Netzwerk für Ex-Praktikanten. Diese aktuellen Zahlen ergeben sich aus einer Umfrage des Ratgebers Jobguide Praktikum.

Viele große Arbeitgeber haben eigene Programme, wie etwa Henkel mit seinem "Career Track", Porsche mit seinem "Pole Position"-Programm, Philips mit "Keep in Touch" oder BMW mit "Fastlane". Doch auch immer mehr mittlere Unternehmen schätzen solche Pools als probates Mittel zur Mitarbeitergewinnung, wie zwei Beispiele zeigen: So hat das Bielefelder Bauunternehmen Goldbeck seit vergangenem

Jahr seinen Alumni-Club "Perspektive Goldbeck" am Start.

Ex-Praktikanten und Studenten, zu denen der Baukonzern und seine Töchter Kontakt halten wollen, werden hier aufgenommen - junge Techniker, Bau- und Wirtschaftsingenieure. "Es ist derzeit nicht so einfach, gute Architekten und Bauingenieure zu finden", begründet Goldbeck-Personalentwicklerin Susanne Gansweid das Engagement. "Wir wollen Goldbeck dauerhaft bei den Studierenden bekannt machen. Daher tun wir einiges, um als erfolgreiches Bauunternehmen in Erinnerung zu bleiben."

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