Restaurantbetrieb: Bratwürste im Nordirak

Restaurantbetrieb
Bratwürste im Nordirak

Verrückte Karriere. Der Thüringer Gunter Völker betreibt das einzige deutsche Restaurant im Irak. Sein „Deutscher Hof“ befindet sich in den kurdischen Autonomiegebieten, in der von Terror weitestgehend verschonten noradirakischen Stadt Erbil. Das gastronomische Unternehmen wächst – begehrt sind vor allem Bratwürste, Sauerkraut und deutsches Bier.

HB. Ich bin ein Verrückter“, sagt Gunter Völker von sich selbst und tut alles, um seinem Image gerecht zu werden. In Lederhosen tanzt der stämmige Thüringer um den Maibaum, an Weihnachten trägt er eine rote Zipfelmütze. Seine Witze sind nicht immer stubenrein, aber oft putzig. Sein Ziegenbock hinterm Haus heißt Bernd, frisst Orangen und raucht Zigarillos.

„Hoch auf dem gelben Wagen“ singt Völker am liebsten morgens früh um vier, wenn seine Vögel schlafen. Der übergroße Käfig mit zahlreichen Vogelarten ziert den Eingang des Biergartens, der ganz nach bayerischer Tradition mit Brauereitischen und langen Bankreihen ausgestattet ist und Thüringer Gastlichkeit verkauft.

Gunter Völker ist der Wirt des bislang einzigen deutschen Restaurants im Irak. Sein „Deutscher Hof“ befindet sich im nordirakischen Erbil, in den kurdischen Autonomiegebieten. Dort, wo es am ruhigsten ist im ansonsten vom Terror geplagten Land zwischen Euphrat und Tigris.

Am 12. Dezember 2005 hat der im thüringischen Tabarz geborene 44-Jährige den ersten Dollar im Irak verdient. Er zeigt auf das Haupthaus, in dessen Parterre er zunächst den größten Raum als Gaststätte einrichtete. Mit sechs Tischen hat er angefangen. Zwei Jahre zuvor hatten die Vereinten Nationen den kleinen Gebäudekomplex verlassen, nachdem ihr Hauptquartier in Bagdad bombardiert und Sondergesandter Sergio de Mello und weitere 22 Uno-Mitarbeiter getötet worden waren. Auch die Dependance im kurdischen Erbil wurde daraufhin geräumt. Die Weltorganisation zog sich ganz aus dem Irak zurück. Gunter Völker mietete die beiden Häuser und den großen Garten.

Inzwischen ist das Restaurant ins zweite Gebäude umgezogen, wo jetzt 65 Personen Platz finden. Das gastronomische Unternehmen wächst beständig, die Nachfrage nach Thüringer Hüts, wie die Klöße in der Fachsprache heißen, Bratwurst mit Sauerkraut, Gulasch und Sauerbraten ist groß. Manche Gäste kommen aber auch nur auf ein Feierabendbier vorbei. Der „Deutsche Hof“ ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden.

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